Vielen Urlaubern, die unter mediterraner Sonne streifenlos braun werden wollen, scheint es nicht ratsam, an einsamen Buchten und Plätzen die minimalen Bikini- oder Badehosen-Hüllen fallen zu lassen. Sie fühlen sich unter anderen Nackten in FKK-Anlagen wohler. Daß sie für das Gefühl "Hier bin ich nackt, hier darf ich´s sein" kräftig zur Kasse gebeten werden, weist die Zeitschrift der Stiftung Warentest "test" im letzten Heft nach (April 1978).

Rund ein Dutzend FKK-Zentren in Frankreich haben die "test"-Inspektoren im letzten Sommer kritisch begutachtet. Erste Feststellung: In Frankreich gibt man sich prüder als anderswo; die Nacktcamps sind gettoähnlich von der Umwelt abgeschirmt. Zweites Fazit: Die Unterkünfte sind meist sehr simpel eingerichtet und zu klein für die angegebene Personenzahl. Drittens: In den meisten Anlagen wird noch heftig gebaut; das schließt Lärm und andere Belästigungen nicht aus.

Recht gut schneiden die beiden FKK-Anlagen an der Atlantikküste ab (Centre Naturiste Euronat und Centre Hélio Mann), die im Gegensatz zu anderen neuen Zentren schon jetzt dank Pinien- und Kiefernwäldern ausreichend Sonnenschutz bieten. Die schlichte Ausstattung der Bungalows wird durch gute kulturelle und sportliche Angebote etwas ausgeglichen.

Die FKK-Zentren an der Mittelmeerküste werden unterschiedlich bewertet. Die "test"-Inspektoren loben zwar das überwiegend reichhaltige Sport- und Unterhaltungsangebot der "kinderfreundlichen" Anlagen, monieren aber die hohen Bungalow- und Apartmentpreise, die mancherorts auch in der Nebensaison nicht unter 300 Mark pro Woche sinken.

Viele der Zentren sind noch nicht fertiggestellt, beispielsweise der Club Nature Ulysse, der erst 1982 seine geplante Größe erreicht haben wird. Vermietet werden dort bereits 150 Camping-Stellplätze sowie Studios im Hotel. Oder das Zentrum Aphrodite, in dem von den geplanten 500 Wohnungen erst 100 fertig sind. Guten Komfort finden Urlauber im Drei-Sterne-Campingplatz am Serignan-Plage im Gymno-Club Méditerranéen vor. Die monströseste FKK-Anlage bei der Touristenstadt Cap d’Agde besteht aus dem Centre Hélio-Marin (Campingplatz mit 3500 Plätzen), der Anlage Port Ambonne mit Wohnungen und Geschäften und dem noch nicht fertigen Apartmentkomplex Heliopolis. Meerblick, aber weniger . Komfort (keine Elektrizität) bietet das FKK-Dorf Heliopolis auf der Ile du Levant (Côte0 d’Azur). Ruhesuchende sind am besten in den Campingzentren La Genese (Provence) und Le Ventous (Pyrenäen) aufgehoben.

Ulrike Klugmann