Auszüge aus dem Frühjahrsgutachten der fünf unabhängigen Wirtschaftsforschungsinstitute:

Wirtschaftswachstum

Nach der sehr schwachen Entwicklung in den ersten Monaten wird sich die gesamtwirtschaftliche Produktion zwar wieder merklich erhöhen; Investitionen, Export und Verbrauch werden in annähernd gleichem Tempo zunehmen. Doch wird die Expansion recht verhalten sein. Die Auslastung des Produktionspotentials wird insgesamt kaum steigen. Im Jahresdurchschnitt wird die Zunahme des realen Bruttosozialprodukts nur etwa 2,5 Prozentbetragen. Der Anstieg der realen Einfuhr wird dabei, nicht zuletzt als Folge der Aufwertung der D-Mark, wahrscheinlich mehr als doppelt so groß sein.

Arbeitsmarkt

Die erwartete gesamtwirtschaftliche Entwicklung wird auch in diesem Jahr den Arbeitsmarkt nicht entlasten. Selbst ein etwas stärkerer Anstieg des Sozialprodukts als hier angenommen, könnte mit den vorhandenen Arbeitskräften erreicht werden. Der Bedarf an zusätzlichen Arbeitskräften in einigen wenigen Bereichen, zum Beispiel in der Automobilindustrie und in Baugewerbe, die beabsichtigte Persoralausweitung im öffentlichen Dienst und die Erhöhung der Zahl der Ausbildungsplätze werden zwar dazu führen, daß die Zahl der abhängig Beschäftigten insgesamt geringfügig steigen wird. Dies reicht jedoch nicht einmal aus, um den Rückgang bei den Selbständigen zu kompensieren.

Als Belastung für den Arbeitsmarkt kommt die demographisch bedingte Erhöhung des inländischen Arbeitskräfteangebots hinzu, die für 1978 auf rund 60 000 Kräfte zu beziffern ist. Die Zahl der Arbeitslosen wird wahrscheinlich dennoch nicht steigen, da sich weiterhin in erheblichem Umfange Arbeitskräfte aus dem Erwerbsleben zurückziehen werden.

Preisentwicklung