Wenn alles gutgeht, kann für die Körting Radio Werke GmbH in Grassau/Chiemgau, die vor zwei Monaten den Vergleichsantrag stellen mußte, doch noch eine Lösung gefunden werden, die den größten Teil der rund 1300 Arbeitsplätze erhält.

Die Verhandlungen mit einem amerikanischen Konzern sind bereits sehr weit gediehen. Möglicherweise handelt es sich dabei um ITT, doch schweigt man sich auch im Bayerischen Wirtschaftsministerium, das großzügige Investitionshilfen in Aussicht gestellt hat, beharrlich darüber aus. Die Amerikaner legen offenbar großen Wert auf Diskretion.

Ein Vertragsabschluß zeichnet sich bisher allerdings noch nicht ab. Deutsche Unternehmen aus der Branche haben angesichts der Überkapazitäten in der deutschen Unterhaltungselektronik durchweg abgewinkt. Ein Sprecher der Grundig AG meinte auf die Frage, ob man sich für das Werk in Grassau nicht interessieren könne: "Wenn es in Taiwan stünde, vielleicht."

Nicht überall ist mit Freude vermerkt worden, daß das Bundesaufsichtsamt für das Kreditwesen gegen die Ernennung von Gerd Werninger zum ordentlichen Vorstandsmitglied der Deutschen Hypothekenbank AG in Hannover nichts einzuwenden hat. Der 51jährige Werninger war Ende 1976 im Zusammenhang mit verbotenen Koffergeschäften der Norddeutschen Landesbank Hannover als deren Vorstandsmitglied freiwillig ausgeschieden. (Der Transport von deutschen Wertpapieren per Koffer ins Ausland war 1972/73 durch das Außenwirtschaftsgesetz verboten worden, weil die Kapitaleinfuhr unerwünscht war.) Werninger hat danach länger als ein Jahr als Generalbevollmächtigter der Norddeutschen Volksbanken AG in Hamburg gearbeitet. Inge Lore Bähre, die Präsidentin des Aufsichtsamts, hat sich ihre Entscheidung genau überlegt. Gegen Werninger sei 1976 ein Ermittlungsverfahren nur wegen fahrlässiger Verletzung der Aufsichtspflicht eingeleitet worden. An den Koffergeschäften selbst war er nicht beteiligt. Im übrigen steht die Entscheidung im Einklang mit der Praxis der Oberfinanzdirektionen in Ordnungswidrigkeitsverfahren. Die Oberfinanzpräsidenten stellen das Verfahren gegen natürliche Personen in der Regel ein, während sie es gegen die Banken bis zum Ende durchfuhr ren, um das Bußgeld zu bekommen.

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Es ist schon ein paar Monate her, da verkündeten die Öffentlichkeitsarbeiter der britischen CAV Ltd., einer Tochtergesellschaft des Kfz-Zulieferers Lucas, mit dem Volkswagenwerk ins Geschäft gekommen zu sein. Es ging um Dieseleinspritzpumpen und darum, daß der Lieferant Bosch mit seinen Geräten nicht nachkam. VW nämlich hatte an den Erfolg seiner Dieselmodelle selbst nicht geglaubt, und Bosch konnte so schnell seine Produktion nicht erhöhen.

Die Umstände für die Briten also waren günstig wie nie. Doch es half nichts. Was in Wolfsburg ankam, entsprach nicht den Vorstellungen der VW-Techniker: Sie bedankten sich im doppelten Sinn des Wortes und warteten lieber auf Bosch.