Man weiß, daß sich der Sport als Werbeschlager für die Gesundheit wesentlich schwerer verkaufen läßt als etwa ein Eintrittsbillet für die Mammutstadien der Fußball-Bundesliga. Die Masse betreibt ihren Sport heute mehr denn je im Sitzen. Kein Wunder, daß die Herzattacke auf den Tribünen und vor den Fernseh-Scheiben viel häufiger auftritt als auf den Sportplätzen selbst. Der Bewegungsdrang des modernen Menschen reagiert sich mehr am Tachometer eines schnellen Wagens ab als auf der Aschenbahn oder im Schwimmbecken. Dabei macht die Bewegungsarmut des modernen Menschen das gute alte Modellwort von der Leib-Seele-Harmonie zur Farce.

Als Prophylaxe gegen die Zivilisationsschäden unserer Zeit wird in dem Buch

Sport + Freizeit. Ein Ratgeber für gesunden Freizeitsport. 167 Seiten, Mairs Geographischer Verlag, Ostfildern, 19,80 Mark

gerade; der Freizeit- und Urlaubssport empfohlen. Und das geschieht zuallererst mit einem Kapitel, in dem der Mediziner zu Wort kommt. Freizeitsport aus der Sicht des Arztes. Das ist auch für den Laien, in Wort und Bild, durchaus verständlich dargeboten. Man muß kein Mediziner sein, um beim Lesen dieser Herz-Kreislauf-Einführung ohne Atemnot ins Ziel zu kommen.

Die Sportmedizin hat dem Freizeitsport zweifellos einen wichtigen Anstoß gegeben mit der Erkenntnis, daß ein trainierter Fünfzigjähriger körperlich viel leistungsfähiger sein kann als ein untrainierter Dreißigjähriger. In diesem Buch werden nun die vielfältigen Wege des Freizeitsports beschrieben, auf denen der unter Bewegungsarmut leidende Mensch zum guten Ziel kommen kann. Es wird anschaulich, sachkundig und ohne journalistisches Brimborium informiert. Einen breiten Raum nimmt dabei die Urform körperlicher Freizeitbeschäftigung in diesem Ratgeber-Buch ein: das Wandern. "Vieles ginge besser, wenn man mehr ginge", schrieb schon vor 200 Jahren Johann Gottfried Seume. Diese Erkenntnis hat im Zeitalter der großen technischen Marscherleichterungen wieder Aktualität gewonnen. Gerhard Seehase