Zum Beispiel das Plaza in Hamburg. Für ein Zimmer (bei Benutzung durch eine Person) bezahlt man 140 Mark. In diesem Betrag ist das Frühstück nicht enthalten: Das kostet noch einmal 12 Mark, 15 Mark wenn man es sich im Zimmer servieren läßt. Als Gegenwert für die 140 Piepen bewohnt man ein nicht sonderlich geräumiges Zimmer im Einheitsschnitt, mit den Einheitsbildern an der Wand, dazu ein funktionales Badezimmer mit wenig Abstellfläche und nicht immer ganz sauberen Handtüchern. Beständig rauscht die Klimaanlage. Die selbstmordgesicherten Fenster lassen sich nur einen Spalt breit öffnen und sind eingefärbt, damit man nicht so sehr merkt, wie hell der Hamburger Himmel ist. Vermutlich ist es der Fernsehapparat (Farbe, versteht sich!), der den stolzen Preis rechtfertigt.

Nun könnte man es beim kurzen Staunen bewenden lassen und jene Snobs ignorieren, denen der Blick auf den Dammtor-Bahnhof und die abfahrenden Züge solche Summen wert sind. Bloß: Es sind nicht selten Geschäftsreisende, die in solchen Absteigen hausen. Und deren Rechnung zahlen wir alle mit: über die Preiskalkulation der Waren und über unsere Steuern. Denn die setzen ihre 140 Mark genüßlich ab. Und da beginnt das ganze doch ein teurer Spaß für uns alle zu werden.

So funktioniert eben unsere soziale Gesellschaft. Und die öffentliche Hand spielt den Hotels dieser Kategorie noch das Geschäft großzügig zu. Der direkte Zugang zum Congreß-Centrum Hamburg sichert dem Plaza ebenso zusätzliche Gäste, wie die Vorfahrt städtischer Flughafenbusse vor diverse Hiltons. Und wer für 50 oder für 40 Mark übernachtet, der hat sich ja fürwahr das Geld fürs Taxi gespart, nicht wahr? Th. R.