Wolfgang Teckenberg: Die soziale Struktur der sowjetischen Arbeiterklasse im internationalen Vergleich. Auf dem Wege zur industrialisierten Ständegesellschaft? Mit einem Vorwort von Erwin K. Scheuch. R. Oldenburg Verlag, München/Wien 1977; 228 Seiten, DM 48,–.

Die sowjetische Sozialforschung hat im letzten Jahrzehnt, insbesondere nach dem 25. Parteitag, einen beachtlichen Aufschwung erlebt. Ihre hochinteressanten Ergebnisse sind – obwohl vergleichbar – im Westen wenig beachtet worden. Wolfgang Teckenbergs gut dokumentierte Studie zur Sozialstruktur der sowjetischen Arbeitnehmerschaft schließt hier eine erhebliche Lücke. Der Autor wertet an die hundert sowjetische Untersuchungen kritisch aus und schildert Berufsinteressen, Qualifikationsniveau, Arbeitsinhalte, Einkommensverteilung, Statusunterschiede und soziale Mobilität innerhalb der stark differenzierten sowjetischen Arbeiterklasse und kommt zu dem Ergebnis, daß diese wenig Konfliktpotential in sich trägt. Die Frage, ob die sowjetische Variante der Industriegesellschaft als „feudalistisch“ zu kennzeichnen ist, wie der Autor meint, oder als „korporatistisch“, wie Prof. Scheuch in seinem Vorwort vorschlägt, ist sicher weiter diskutabel. Schade, daß diese so wichtige Untersuchung nicht von größerer Allgemeinverständlichkeit ist. B U