Mittelmäßig

„Der Kater läßt das Mausen nicht“ von Luigi Comencini. Mit den übelsten Tricks versuchen die Geschwister Amadeo (Ugo Tognazzi) und Ofelia (Mariangela Melato), Besitzer eines heruntergekommenen Altbaus in der römischen Innenstadt, ihre Mieter herauszuekeln, um endlich ihr Erbstück als Abriß-Ruine lukrativ an eine Baugesellschaft verkaufen zu können. Als ihr Kater bei einem nächtlichen Streifzug umgebracht wird, fahnden sie nach dem Schuldigen und machen dabei einige erstaunliche Entdeckungen. Wie Comencinis „Die Sonntagsfrau“ (1975) ist auch „Il Gatto“ eine Kriminalkomödie mit sozialkritischen Akzenten – im Ansatz jedenfalls; Doch nach brillantem Auftakt interessiert sich Comencini mehr für burleske Karikaturen als für kritische Beobachtungen: aus der Satire auf Immobilienspekulation wird sehr bald eine nur mäßig amüsante Farce.

Helmut W. Banz

„Junge Liebe“ von Joan Darling, einer ehemaligen Schauspielerin, Drehbuchautorin und Fernsehregisseurin. Diese bitter-süße College-Romanze (mit William Katt und Susan Dey) propagiert Jugend und Charme, Schönheit und chicen Schmerz mit der unverfrorenen Selbstverständlichkeit eines Fernseh-Commercials für Kosmetika. Ihr Gespür für intime, zärtliche Beobachtungen, in manchen Details durchaus überzeugend, läßt Joan Darling in diesem Spielfilmdebüt allerdings allzu spekulativ im exzessiven Einsatz von Weichzeichnereffekten verschwimmen oder in Pseudo-Lyrismen ertrinken.

Helmut W. Banz

Empfehlenswerte Filme

„halbe-halbe“ von Uwe Brandner. „Mord an einem chinesischen Buchmacher“ von John Cassavetes. „Eine Reise ins Licht“ von Rainer Werner Fassbinder. „Die Spitzenklöpplerin“ von Claude Goretta. „Die verschworenen Kinder“ von Benoit Jacquot.