DIE ZEIT

Das Ende der Auflockerung

Wird Rudolf Augstein bald wieder das Sterbeglöcklein hören, dessen silbernes Bimmeln das Ende der FDP ankündigt? Wundern würde es die Freien Demokraten kaum, denn ihre Partei trifft es in diesen Tagen knüppeldick.

Sadat schlägt zu

Sadat hatte sich vorgenommen, kein Nasser zu wenden. Unter ihm, der die antiisraelische Mauer des Hasses mit dem Mut des Unerschrockenen durchbrach, sollte Ägypten ein arabisches Musterland der Demokratie werden.

Der Ausbruch

Hätten die Berliner Justizbehörden den Zugang zur Untersuchungshaftanstalt Moabit durch ein Pentagramm gesichert, jenes magische Fünfeck, mit dem mittelalterliche Bürger den Teufel von ihrer Schwelle fernhielten – den beiden Terroristinnen, die am letzten Wochenende Till Meyer aus der Zelle holten, wäre ihre Befreiungsaktion kaum leichter gefallen.

Frotzeln und Frost

Zbigniew Brzezinski, der außenpolitische Berater Carters im Weißen Haus, ist ein Mann, den zwei Dinge unter anderen auszeichnen: ein tiefsitzender Animus gegen die Sowjetunion und ein Hang zum Witzeln.

Sewerings Fall

Aus dem Fall Sewering ist nun doch Sewerings Fall geworden. Die Ärzteschaft, die durch die allzu geschäftstüchtigen Praktiken ihres Präsidenten selber ins Zwielicht zu geraten drohte, versagte ihm am Ende das Vertrauen.

Mit der MPi durch alle Kontrollen

Am 11. Mai fragte der CDU-Abgeordnete Hans Christoph Hoenig den Berliner Senat, ob er die Befürchtung teile, daß durch großzügige Handhabung der Besucherkontrollen in der Untersuchungsanstalt Moabit „das Eindringen Unbefugter sowie das unbefugte Einbringen von Gegenständen (Drogen, Alkohol, Waffen)“ unnötig erleichtert werde.

Ein Mitgeschleppter der Koalition

Als die Traube-Affäre auf ihrem Höhepunkt stand, prophezeite kein Geringerer als Herbert Wehner, daß Werner Maihofer einen schweren und langen Gang vor sich habe.

Zeitspiegel

Die Sowjets arbeiten nach. Drei Wochen, nach dem Besuch Leonid Breschnjews in der Bundeshauptstadt ist im Rheinischen Landesmuseum in Bonn eine hochkarätige Ausstellung mit 40 Bildern deutscher und russischer Maler aus dem Moskauer Puschkin-Museum, der Tretjakow-Galerie, der Leningrader Eremitage und dem Russischen Museum eröffnet worden.

Die Hydra des Terrorismus

„Gefängniskommandos“ und „Außenflügel“ im Streit – Was haben wir jetzt zu erwarten?

,,Wir wollen nun endlich ’raus“

Im Gepäck des steckbrieflich gesuchten Terroristen Stefan Werner Wisniewski, der kurz vor Pfingsten in Paris verhaftet wurde, fand die Polizei neben anderem Material auch einen fünf Seiten langen Kassiber aus der Strafvollzugsanstalt Köln-Ossendorf.

In Sachen Filbinger gegen Hochhuth

Die Aussage, der Kläger sei nur auf freiem Fuß dank des Schweigens derer, die ihn kannten, ist ein die Ehre und das Persönlichkeitsrecht des Klägers verletzendes Werturteil, das durch das in Art.

Der Kreml verdüstert den Horizont

Das wichtigste Vorhaben des Bundeskanzlers während seiner sieben Tage in Amerika begann in dieser Woche Dienstagfrüh. Um acht Uhr morgens kam ihm im Rosengarten des Weißen Hauses Präsident Jimmy Carter mit freundschaftlichen Gesten entgegen, um ihn zum gemeinsamen Frühstück zu empfangen.

Jetzt geht's doch mit weniger

Dort, wo der Blick sich weit öffnet, auf der abgeschiedenen Höhe von Lichtenberg im Bergischen Land, sind die Parlamentarier Nordrhein-Westfalens mit sich zu Rate gegangen.

„Der Bürger soll entscheiden“

Als „altväterlichen Ratschlag eines Mannes, der 16 Stunden am Tag arbeitet“, hat der DGB-Vorsitzende Heinz-Oskar Vetter den in der vergangenen Woche vom Bundeskanzler in der ZEIT geforderten fernsehfreien Tag kritisiert.

Gefahr für Bangla Desh

Am 3. Juni finden in Bangla Desh zum erstenmal allgemeine Präsidentschaftswahlen statt. Doch die erhoffte Stabilität wird durch eine unvorhergesehene Entwicklung gefährdet: Seit Wochen strömen Zehntausende von Flüchtlingen über die burmesische Grenze ins Land.

„Lib-Lab-Pakt“ aufgekündigt

Die britischen Liberalen wollen die Labourregierung nur noch bis zum Ende der gegenwärtigen Sitzungsperiode des Unterhauses unterstützen.

Schwitzkur mit Funkenflug

Nun beraten sie wieder – und das einen vollen Monat lang. Ursprünglich sollte die sommerliche Vakanz schon am 17. Juni beginnen.

Abrüstung – nur leere Worte?

In diesem Jahr, dem "Jahr der Abrüstung", wird die Rüstung in der ganzen Welt 400 Milliarden Dollar verschlingen. Die Atomwaffen-Arsenale der beiden Supermächte reichen heute schon aus, um jede Stadt der Welt siebenmal zu zerstören; dennoch kommen täglich drei Bomben hinzu.

Wolf gang Ebert: Ein Grenzfall

„Aber so etwas lese ich doch nur zur Schulung“, sagte ich ganz unbefangen mit lauter Stimme, „dem Kennerblick bringen solche Publikationen so manchen nützlichen Hinweis darauf, was dem Rechtsstaat demnächst blüht.

Wenig Mut – viel Mißtrauen

Der Aufmarsch der Vertreter von 21 afrikanischen Staaten in der Spiegelgalerie des Versailler Schlosses glich nach außen einer Schau im alten Kolonialstil.

Ersatzteile – ein Politikum

Zwei Erkenntnisse hat die 8. Tagung des SED-Zentralkomitees zutage gebracht, die in der letzten Woche in Ost-Berlin stattfand.

Nach dem uralten Gesetz der Blutrache

„Am 10. Mai 1978 haben Sie, Herr Direktor, den Arbeitsvertrag, der zwischen mir und dem Prager Informationsdienst am 2. Januar 1968 abgeschlossen wurde, gekündigt.

Ein sehr deutscher Lebenslauf

Schön wär’s und reizvoll, die Kurzformel zu finden für ein irritierend widersprüchliches politisches Leben. Erst recht, wenn dem die Weihe des Authentischen verliehen würde.

Der langsame Sturz vom Seil

Rainer Barzel rechnet sich heute zur strategischen Reserve der Christlichen Demokraten. Er ist niemandes Rivale, von einigem Geplänkel mit Parteifreunden, das sein Vorsitz im Wirtschaftsausschuß des Bundestages mit sich bringt, einmal abgesehen.

Spiele in voller Ordnung

Der Kollege vom Fernsehen, zu dem sie alle Charly sagen, war früher schon einmal hier und sagte, daß er eine wunderbare Kneipe wüßte – nur ein paar Schritte weiter.

Bauern gewinnen gegen Soldaten

Als der Winzer Erwin Christ Anfang des Jahres seine Existenz bedroht sah, verließ er Rebe und Weinstock und stieg auf die Barrikaden.

„Sündenpfuhl“ zerstört

Mit Äxten und Sägen zerstörten die evangelischen Kirchengemeinderäte von Bernstadt bei Ulm in schweißtreibender Arbeit einen Raum, der schon seit Jahren ein beliebter Treffpunkt für die Gemeindejugend gewesen war.

Die Sache mit der „Mathe“

Dies war nicht die gewohnte Krise mit den Hausaufgaben. Keine nervöse Suche nach versteckten Unbekannten, kein hilfloses Interpretieren dunkler Dichterworte, nicht das alltägliche Rätsel mit dem Gerundivum.

Auf der Suche nach dem Retter

Conrad Ahlers, Chefredakteur der SPDeigenen Morgenpost, der seit eineinhalb Jahren einen strapaziösen Pendelverkehr zwischen seinem Kreuznacher Wahlkreis, dem Bonner Bundestag und dem Hamburger Pressehaus bewältigt, macht in diesen Tagen noch häufiger als sonst in der Hansestadt Station.

Jagdszenen aus der Pfalz

Ein Kind von Traurigkeit ist er gewiß nicht, eher ein lebenslustiger Altbayer, der trotz seines jugendlichen Alters von 34 Jahren mehr bayerisch-barock als strebsam und bigott auftritt.

Wie soll die Schule heißen?: Braunes Vorbild

Muß man dem Heimatdichter und Maler Hermann Burte „seine zwölfjährige Anpassung an den Nationalsozialismus“ verzeihen, und darf man nach „dem umstrittenen Schöpfer wertvoller alemannischer Gedichte“ eine Schule benennen, den Schülern zum Vorbild? Oder handelt es sich um einen „Blut-und-Boden-Dichter“, eine „geistige Potenz im Dienst Hitlers“, einen Mann, der „kein Vorbild für die Jugend“ ist? Solche Fragen und Formeln werden im Augenblick in erregter Diskussion in zwei südbadischen Gemeinden des Markgräflerlandes aufgeworfen.

Drama aus zweiter Hand

Die Sache schwelt schon seit Wochen; jetzt ist eine Entscheidung nicht länger aufzuschieben. Auf ihrer Münchner Routinekonferenz müssen sich die Fernsehprogrammdirektoren der ARD diese Woche darüber verständigen, wie die Sender aus einer Zwickmühle wieder herauskommen wollen, in die sie der WDR gebracht hat.

Bedient von der Selbstbedienung

Arno Specht, Lebensmittel-Händler, in Wuppertal-Elberfeld, ist, so preist die Hamburger Edeka-Zentrale ihr Mitglied, „ein nachahmenswertes Beispiel“.

Mehr als Soll und Haben

Fünf Monate nach dem Ende des Geschäftsjahres 1977 schwappt die Welle der Unternehmensberichte ihrem Höhepunkt entgegen. Überall im Lande laden Firmen von nationaler oder nur regionaler Bedeutung zu Pressekonferenzen ein, um der Öffentlichkeit Rechenschaft darüber abzulegen, wie sie das vergangene Jahr gemeistert haben.

Steuer-Kicker

CDU und CSU reisen seit geraumer Zeit in „Privatisierung“. Mit Deklarationen und Manifesten werben sie dafür, daß der Staat kostspielige Verpflichtungen aufgibt.

Optimisten

Eine Branche ohne Sorgen – gibt es das noch im derzeitigen Konjunkturtal? Jawohl, das gibt es: Die Werbewirtschaft gab soeben vor aller Öffentlichkeit bekannt, rundum zufrieden zu sein.

Bonner Kulisse

Nach außen hin geben sich die Parteien unbesorgt und beinahe schon gelangweilt über die Ankündigung des Steuerbeamten-Vorsitzenden Hermann Fredersdorf, zur kommenden Bundestagswahl mit einer Steuerprotest-Partei anzutreten.

Opponenten

Der Vorstand von AEG/Telefunken möchte das Stimmrecht seiner Aktionäre auf zehn Prozent des Aktienkapitals beschränkt wissen.

Eine andere Republik

Kann die Arbeitslosigkeit durch eine „sozialorientierte Wirtschaftspolitik bekämpft werden?

Ein Riese und zwanzig Zwerge

Drei Jahre lang waren sie die Größten. Von 1974 bis 1976 durften sich die Manager des Energiekonzerns Exxon als die Herren des umsatzstärksten Unternehmens der Welt fühlen.

Alle Macht den Daten

Seit ein paar Wochen ist die französische Sprache um ein seltsames Wort reicher. Es heißt télématique, und es wäre gar nicht verwunderlich, wenn es als Telematik bald auch in den deutschen Wortschatz eingehen würde.

Der Eklat von Stuttgart

Monat für Monat zahlen sie ihren Beitrag an die IG Metall, doch bei den dieses Jahr fälligen Betriebsrats wählen haben viele Arbeitnehmer der Gewerkschaftsliste ihr Kreuz verweigert.

Manager und Märkte

Ein Opfer der Körperschaftsteuerreform wurde der Vorstand der Mannesmann AG.................................................

„Begrenzte Möglichkeiten“

Pöhl: Natürlich wäre es uns lieber, wenn in geringerem Umfange Mark von ausländischen Währungsbehörden gehalten würden, aber leider haben wir nur begrenzte Möglichkeiten, dies zu verhindern.

Studenten im Aufsichtsrat

Als vor sieben Jahren die Hausfrau und Sekretärin Hannelore Winter aus Düsseldorf in den Aufsichtsrat der Deutschen Bank gewählt wurde, entrüstete sich Kleinaktionär Erich Nold: „Ich bin entsetzt über diesen Vorschlag.

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