"Mitteilungen über den Menschen – Beobachtungen eines Lebens", von Hans Kasper. Der Autor, 1916 geboren, "hat für alle modernen Medien gearbeitet" (unter anderem "Hörspielpreis der Kriegsblinden"); Zuschauer der "ZDF-Matinee" kennen seine "Kalender-Notizen". Vor allem aber ist Kasper Aphoristiker. Seine Kolumne erschien jahrelang in der F.A.Z. Daß zunächst verstreut Erschienenes jetzt in einem typographisch schönen Buch vorliegt, gibt dem Rezensenten Gelegenheit, einen Lieblings-Aphorismus zu zitieren: "Ich finde es immer wieder bewundernswert, wenn mehrere Personen zusammen einer Meinung sind: ich für meine Person bin schon immer allein mehrerer Meinungen Die Vollendung, die Kasper in der kleinen Form erreicht ("Aphoristisch denken ist der Versuch, den Unvollkommenheiten gedanklicher Perfektion zu entgehen") scheint mir bei den gleichfalls mitenthaltenen längeren Texten vor der Wortfülle zurückzuweichen. Vor allem irritieren mich die zahlreichen Gesinnungsprotokolle, Moralbekundungen, oft Plädoyers für einen wahrhaft wehrhaften demokratischen Staat: "Eine Handvoll Soldaten ist immer besser als ein Maulvoll Argumente." Da ist mir denn doch unter den mehreren in dem Autor Kasper enthaltenen Autoren schon jener lieber, der – kurz und gut – den Satz schrieb: "Wo der Witz wohnt, ist die Versöhnung zu Haus." (Econ Verlag, Düsseldorf, 1978; 216 S., 24,– DM.)

Hanns-Hermann Kersten

"rororo lexikon zur datenverarbeitung", von Hans Herbert Schulze. Während Menschen durch physische und psychische Störungen beeinträchtigt werden, speichern Computer zuverlässig, rechnen fehlerfrei und außerdem schneller. In vielen Bereichen wurde deshalb im Verlauf des letzten Jahrzehnts zunehmend menschliche durch maschinelle Arbeitskraft ersetzt. Dieser technologische Fortschritt bringt freilich gleichfalls gesellschaftliche Probleme mit sich, doch wird dieser Gesichtspunkt von H. H. Schulze, Informatik-Professor an der Fachhochschule für Wirtschaft in Berlin, kaum berücksichtigt. Der Verfasser will mit seinem schmalen Handbuch vor allem gängiges EDV-Vokabular vermitteln, alphabetisch geordnet von "Abfrage" bis "Zylinderkonzept". Zudem kommt sein Nachschlagewerk, das für Computer-Fachleute zu wenige Stichwörter enthält, ziemlich spät auf den Markt. Ende der sechziger bis Mitte der siebziger Jahre brachten zahlreiche Verlage viele auch heute noch brauchbare Lexika und sonstige Literatur zur elektronischen Datenverarbeitung heraus; in den preiswerten Kybernetik-Katalogen (1967–1975) der Westberliner Buchhandlung Elwert & Meurer findet sich dieser Bücher-Boom übrigens genauestens bibliographiert. (Rowohlt Taschenbuch Verlag, Reinbek, 1978; 258 S., 7,80 DM) Werner Hornung