„Sieben Sterne für die Katzfischbucht“ von Ben Burman; Verlag Blanvalet, München; 94 S., 12,80 DM.

Ohne plumpe Gewaltstrategien erobern die „tapferen Sieben“ ihr Siedlungsgebiet am Sumpf zurück. Waschbär, Schlange, Bieber und Fuchs voran, führen die Tiere gemeinsam einen mutigen und listigen Kampf gegen den rücksichtslosen Jagdklub, der die „schönste aller Gegenden zwischen Mobile und Chattanooga“ schießend und lärmend als Revier reklamiert. Nachdem. sie flußaufwärts vergeblich eine neue Heimat gesucht haben, kehren sie entschlossen zurück. Die listigen Sieben veranstalten eine Treibjagd auf Jäger, hetzen sie mit der Unterstützung von Mücken, Klapperschlangen und Blutegeln aus dem Reservat. Während der Frosch-Gesangverein „Indianersumpf“ die Nationalhymne absingt, erhalten die Sieben den „silbernen Stern für Tapferkeit“.

Burmans geistreich geschilderte Tiergesellschaft kritisiert menschliche Unarten und Marotten, nimmt Partei für die Schwächsten, solidarisiert sich im Unglück. „Seven Stars for Catfish Bend“, schon 1956 in den USA erschienen, ist eine Liebeserklärung an den Mississippi. Burman, der dort als Lotsenjunge auf dem größten Postschiff des Flusses gearbeitet hat, Steuermann, Journalist, Schriftsteller war, sich mit Garnelenfischern, Flußkapitänen und Hausbootleuten angefreundet hatte, kannte die schöne Bucht in der Nähe von Memphis wie seine Westentasche.

Er beweist sich in den vier Kapiteln dieses Buches als glänzender Erzähler, der sein Plädoyer für eine gerechte Gesellschaft nicht larmoyant oder gefühlig, sondern mit subtilem Witz und der Überzeugungskraft eines guten Schriftsteller führt. U. B.