Der Vorstand von AEG/Telefunken möchte das Stimmrecht seiner Aktionäre auf zehn Prozent des Aktienkapitals beschränkt wissen. Nicht aus aktuellem Anlaß, so heißt es, der Schritt sei vielmehr notwendig, um Schäden von dem Unternehmen abzuwenden. Diese Begründung ist dünn, jedenfalls zu dünn, um einen so schwerwiegenden Eingriff in die Aktionärsrechte zu rechtfertigen.

Deshalb ist es durchaus verständlich, wenn Aktionärsgruppen gegen die beantragte Stimmrechtsbeschränkung opponieren und sie auf der kommenden Hauptversammlung zu Fall bringen wollen. Sie stehen dabei nicht allein. Einige Banken haben sich entschlossen, ihren Depotkunden zu empfehlen, in diesem Punkt ebenfalls gegen die Verwaltung zu stimmen. Das ist ungewöhnlich. Denn in der Regel schlagen die Banken vor, das Stimmrecht „im Sinne der Verwaltung“ auszuüben.

In diesem Fall ist es sogar doppelt ungewöhnlich, weil sich die „widerspenstigen“ Institute zwangsläufig mit dem zweitgrößten deutschen Elektrokonzern anlegen, der schließlich für jede Bank interessante Geschäftsmöglichkeiten zu bieten hat. Wenn also Banken bereit sind, das Wohlwollen mächtiger Konzernherren aufs Spiel zu setzen, so verdient dies Anerkennung. Sie leisten damit einen Beitrag zur Glaubwürdigkeit des Vollmachtstimmrechtes. K. W.