Den Ärger, bei ihren Wohnhäusern keinen Parkplatz zu finden; kennen auch die Amerikaner. Für die automobilste Nation der Welt hat allerdings eine höchstrichterliche Entscheidung die Möglichkeit geschaffen, dem Übel abzuhelfen: Die Stadtverwaltungen können demnach bestimmte Wohnbezirke als Parkzonen für die Anlieger ausweisen.

Einige Städte erproben diese Regelung bereits; sie sind, berichtete die „Chicago Daily News“, sehr zufrieden mit dem Verfahren. Arlington in Virginia hat dieses spezifische Parkverbot vor sechs Jahren erstmals für die Nachbarschaft eines großen Bürokomplexes erlassen, diese Regelung führte zu einem Rechtsstreit und dem genannten Spruch des US Supreme Court.

Die Verfahrensweisen sind unterschiedlich. In Arlington haben die Anliegerautos Erlaubnisplaketten für die gekennzeichneten Straßenzüge; Besucher müssen sich entsprechende Plaketten bei der nächstgelegenen Feuerwache abholen, wenn sie am Bordstein parken wollen. Diese Regelung gilt an Werktagen von 9 Uhr bis 17 Uhr.

San Francisco hat vergleichbare Sperrgebiete, erlaubt aber Besuchern generell zwei Stunden Parkzeit. Auf das Plakettensystem wollte sich die Stadt nicht einlassen, weil sie einem schwungvollen Schwarzhandel mit den Marken vorbeugen wollte. Washington, Baltimore und Cambridge versuchen auf ähnliche Weise, die Pendlerautos aus den Wohndistrikten herauszuhalten.

Fast immer müssen die Anlieger für diesen Parkplatz-Service zusätzliche Abgaben leisten, dennoch sind die meisten sehr zufrieden mit der neuen Regelung, heißt es. In San Francisco werden die solcherart bevorrechtigten Anwohner beispielsweise zehn Dollar pro Jahr zahlen. Aus diesen Einnahmen werden auch die Verkehrsuntersuchungen finanziert, welche jeder derartigen Parkrestriktion vorausgehen. K. V.