CDU und CSU reisen seit geraumer Zeit in „Privatisierung“. Mit Deklarationen und Manifesten werben sie dafür, daß der Staat kostspielige Verpflichtungen aufgibt. Die Frankfurter CDU hat damit sogar ihren Kommunal-Wahlkampf bestritten und gewonnen.

Doch just aus Frankfurt kommt eine Nachricht, die so gar nicht ins Bild passen will. Der Magistrat hat beschlossen, dem ortsansässigen Sportverein FSV einen großen Teil seiner Schulden abzunehmen; Darlehen von 374 000 Mark sollen in verlorene Zuschüsse umgewandelt und darüber hinaus sollen jährliche Zins- und Tilgungshilfen gewährt werden.

Offizielle Begründung: Besagter FSV tue viel für den Amateursport. Verschwiegen wird indes, daß ihm nicht der Amateursport die Schulden eingebracht hat, sondern der Luxus einer halbprofessionellen Fußballmannschaft. Weil Balltreter überbezahlt wurden, sollen die Steuerzahler einspringen.

Gerade von jenen, die soviel über „Privatisierung“ schwätzen, sollte man erwarten, daß sie Wort halten – und nicht eine höchst zeitgemäße liberale Idee lächerlich machen. pl