Wie eine hoffnungsvolle Wettervorhersage liest sich der jüngste Konjunkturtest des Ifo-Instituts für Wirtschaftsforschung in München. Die allgemeine Lage: Das Geschäftsklima hat sich nicht weiter verschlechtert, die Unternehmen erwarten sogar für die nächsten sechs Monate eine Aufhellung am Horizont. Die Ifo-Vorhersage im einzelnen: Die Exportaussichten werden nicht mehr so negativ eingeschätzt wie noch vor kurzem, die Investitionsneigung verstärkt sich leicht, mit einem bescheidenen Produktionszuwachs von 2,5 bis 3 Prozent kann die verarbeitende Industrie rechnen, und die Bauwirtschaft wird einen Aufwind verspüren.

Trotz der noch nicht ganz sonnigen Gesamtwirtschaftslage konnte die deutsche Werbewirtschaft im vergangenen Jahr ihre Umsätze um 12,5 Prozent steigern. Das Umsatzvolumen erreichte damit 8,6 Milliarden Mark. Die höchsten Einnahmen aus der Werbung verbuchten 1977 die Tageszeitungen mit einem Löwenanteil von 45 Prozent am gesamten erfaßbaren Werbeumsatz. Ihnen folgten die Publikumszeitschriften, die Direktwerbung und der Werbefunk, der immer mehr in den Medienmarkt drängt und seine Einnahmen seit 1976 versiebenfachen konnte. Insgesamt geht zur Zeit gut ein Prozent des verfügbaren Einkommens in der Bundesrepublik in die Werbung.

Auch die Pleitegeier kreisen in diesem Jahr nicht mehr so ausdauernd über der deutschen Wirtschaft. Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes lag die Zahl der Insolvenzen im ersten Quartal dieses Jahres um 13,6 Prozent unter dem Vorjahresstand. Die Zahl der Millionen-Konkurse ging sogar um 27 Prozent zurück. Allerdings waren die einzelnen Wirtschaftsbereiche unterschiedlich betroffen: Mehr Pleiten gab es im Dienstleistungssektor und im Baugewerbe, weniger dafür im Handel und Handwerk.

Positive Nachrichten gibt es auch von der Preisfront: Nordrhein-Westfalen, dessen Teuerungsrate meist mit der bundesdeutschen parallel läuft, verzeichnet für den Mai den bisher schwächsten Preisauftrieb seit Januar 1970. Damals betrug die jährliche Inflationsrate 2,4 Prozent, in diesem Mai waren es 2,6 Prozent. Im April lag die Preissteigerung noch bei 3,1 Prozent. iml