Hervorragend

Alban Berg: „Kammerkonzert für Klavier und Geige/Vier Stücke für Klarinette und Klavier op. 5/Sonate für Klavier op. 1. Was ihn am meisten an Alban Berg beeindrucke, schreibt Pierre Boulez in der Kommentar-Beilage zu dieser Platte mit selten gespielten Stücken des jüngeren Berg, sei „die Amalgamierung einer unmittelbaren Ausdruckskraft und einer außergewöhnlichen Potenz des Aufbaus“. In der Tat besticht in diesen Aufnahmen, wie die zwei Schichten der Komposition, die Expressivität einer sich von Spätromantik und harmonischer Mehrdeutigkeit allmählich befreienden Satztechnik und die Logik eines brillant und phantastisch genutzten neuen Prinzips, erkannt und dargestellt werden. In allem apotheotischen Überschwang wird stets eine fast ironisch-distanzierte Kühle hörbar, und umgekehrt trägt jede auch noch so stark formalistisch erscheinende Linie – etwa die wörtliche Umsetzung der drei („Aller guten Dinge...“) Namen Arnold Schönberg, Anton Webern und Alban Berg – noch Ausdruckskraft und Klangschönheit. (Barenboim, Zukermann, Pay, Ensemble InterContenporain, Leitung: Pierre Boulez; DGG 2531007)

Heinz Josef Herbort