Nach Wahlniederlage und Parteitag bemüht sich der Parteivorstand der französischen Kommunistischen Partei um Ordnung in den eigenen Reihen. Schützenhilfe erfährt er dabei auch von sowjetischer Seite. Besonders scharf griff die Moskauer Wochenzeitung Neue Zeit Jean Elleinstein an, ZK-Mitglied und stellvertretender Direktor des Zentrums für Marxismusforschung der KPF:

Jetzt hält Elleinstein das Gerede von der Untauglichkeit des „sowjetischen Modells“ für Frankreich für eine überwundene Etappe. Jetzt hat er sich entschlossen, noch weiter zu gehen, und erklärte ohne jede Verlegenheit: Die Gesellschaft, die in der UdSSR errichtet wurde, sei überhaupt kein Sozialismus, sie sei keine sozialistische Gesellschaft, ja mehr noch, sie sei fast ein „Antimodell“ des Sozialismus.

Im gleichen Atemzug auf Probleme der Politik seiner eigenen Partei eingehend, erklärte Elleinstein – völlig im Geiste seiner Logik –, daß die KPF sie nur unter der Bedingung lösen können wird, daß sie sich „prinzipiell“ von den historischen Erfahrungen und der heutigen Realität der Sowjetunion und der anderen sozialistischen Länder „abgrenzt“. Er fordert des weiteren eine Verurteilung der „Folgen“ jener Periode, in der seine Partei, ausgehend von den Interessen des französischen Volkes, ihre Solidarität mit der UdSSR bekundete ... Gleich den Gegnern der friedlichen Koexistenz wiederholt er die verleumderische Erfindung, daß die „Sowjetunion die Entspannung fürchte“. Und dies geschieht zu einer Zeit, da die ganze Welt das unermüdliche und fruchtbare Wirken der UdSSR zugunsten der Entspannung, ihrer Festigung und Ausdehnung auch auf den militärischen Bereich anerkennt

Es ist mehr als verwunderlich, dies aus dem Munde eines Menschen zu hören, der sich als Kommunist bezeichnet, könnte der Leser sagen. Natürlich, dies ist mehr als verwunderlich. Jedoch ist auch dies noch nicht der Gipfel. In einem Interview für die Zeitschrift Faire ging Elleinstein so weit, daß er, ohne mit der Wimper zu zucken, einen Vergleich zwischen der Rolle des Staates im Faschismus und im Sozialismus anstellte. Der Staat Hitlers und der Sowjetstaat, der die Welt von der „braunen Pest“ befreite – sind für ihn ein und dasselbe.

Und ausgehend davon, können wir nicht umhin, mit aller Eindeutigkeit zu erklären: Die Position Elleinsteins ist die Position eines Antisowjets, eines Antikommunisten, es ist die Position eines Feindes des Sozialismus. Den sozialistischen Sowjetstaat auf eine Stufe mit dem faschistischen Staat Hitlers zu stellen, ist nicht schlechthin Zynismus, sondern Blasphemie.

Der Antikommunismus und der Antisowjetismus spielen in der bürgerlichen Propaganda gegenwärtig eine erstrangige Rolle. Die um ihre geschwächten Positionen bangenden Kapitalisten brauchen die verbissenen Angriffe auf die Politik der UdSSR und die sowjetische Wirklichkeit, um Mißtrauen gegenüber den Ideen des Sozialismus und gegenüber jenen zu säen, die sie verteidigen – den kommunistischen Parteien...

Die Motive seines Handelns erklärt Elleinstein bis zum gewissen Grade in seinen Publikationen. Aus diesen Erklärungen sehen wir: Es handelt sich um nicht mehr und nicht weniger als um eine vulgäre Wiederholung der traurigen Geschichte des internationalen Opportunismus Ende des 19. und Anfang des 20. Jahrhunderts durch Elleinstein...