Wie der Benzinverbrauch gedrosselt werden kann

Von Wolfgang Hoff mann

Der CDU-Bundestagsabgeordnete Gerhard Pfeffermann, Mitglied des Bundestagsausschusses für Forschung und Technologie und zugleich einer der Energiefachleute seiner Fraktion, Wollte genau wissen, wie es um die Energieeinsparung im Straßenverkehr steht. Seine Rundfrage bei der einschlägigen Industrie brachte ein verblüffendes Ergebnis: Der Benzinverbrauch auf deutschen Straßen könnte um ein Drittel gesenkt werden.

Was die Automobilindustrie dem Bonner Abgeordneten offenbarte, ist zwar zum Teil noch Zukunftsmusik, doch stimmt es hoffnungsvoll, zumal der Verkehrssektor beim Energieverbrauch nach den Großkonsumenten Haushalt und Industrie an dritter Stelle rangiert. Das Auto konsumiert ein Fünftel der gesamten Endenergie der Bundesrepublik, Haushalt und Kleinverbraucher verbrauchen 44 Prozent, die Industrie knapp 37 Prozent.

Zudem sind im Verkehr die Energieverluste besonders hoch, weil die Autotechnik mit dem kostbaren Rohstoff höchst verschwenderisch umgeht. Nur 25 Prozent der eingesetzten Energie wird in Nutzenergie umgesetzt. In den übrigen Bereichen ist das Verhältnis umgekehrt: Nur 25 Prozent der Energie verpuffen in die Atmosphäre.

Die ungünstige Relation von eingesetzter Energie zu Nutzenergie im Verkehr macht nachhaltig deutlich, welchen Stellenwert mögliche Benzineinsparungen haben. 1976 würden für den Verkehrssektor 31,5 Millionen Tonnen Benzin und Diesel – knapp ein Viertel des gesamten inländischen Mineralölbedarfs – benötigt. Der größte Teil davon, nämlich 28 Millionen Tonnen oder etwa 37 Milliarden Liter, entfiel auf den Straßenverkehr.

Könnte ein Drittel des Sprits gespart werden, würden jährlich zehn Milliarden Mark weniger auf den Straßen der Republik verfahren. Zwar würde der Finanzminister dann auch sechs Milliarden Mark weniger Mineralölsteuer einnehmen, volkswirtschaftlich aber ist die Einsparung beim importabhängigen Mineralöl erwünscht.