Immer mehr Urlaubsländer haben erkannt, daß ein verärgerter Tourist selten wiederkommt. Deshalb richteten sie Beschwerdestellen für Feriengäste ein.

Das bestellte Komfortzimmer mit Bad und Balkon erweist sich beim Eintreffen im Hotel als Bruchbude am Hinterhof, ohne Bad und Wasserhahn, dafür aber mit feuchten Wänden versehen. Der Taxifahrer stoppt seinen Wagen auf freier Strecke fernab des Ausflugzieles und fordert das Doppelte des vereinbarten Preises. Der Restaurationswirt serviert Lederschnitzel statt des georderten Cordon bleu und weigert sich, die Speise zurückzunehmen. Fälle, wie sie auf jeder Reise passieren können. Eine geharnischte Beschwerde kann oft schnelle Abhilfe schaffen. Wo jedoch kann man seinen Ärger loswerden, wenn man jenseits der eigenen Grenzen und womöglich noch fern deutschsprachiger Behörden ist?

Immer mehr Urlaubsländer haben angesichts der Erkenntnis, daß ein verärgerter Tourist selten wieder kommt, entsprechende Beschwerdestellen eingerichtet. Frankreich ist da ein besonders prägnantes Beispiel: Für einen Sommer lang wurde dort im letzten Jahr ein zentrales Beschwerdebüro eingerichtet. Es fand derartig starken Anklang, daß es nun ganzjährig seine Arbeit tut: Monsieur Berty vom Conseils Touristes Services steht in Paris, Avenue de l’Opera 8, Hilfe- und Rechtsuchenden zur Seite. In Großbritannien hat die British Tourist Authority, 64 St. James’s Street, London SW1A INF, diese Aufgabe übernommen. Für Ärger an der Schwarzmeerküste empfehlen sich Anrufe in den Hauptstädten, sofern (bei Pauschalreisen) der örtliche Reiseleiter nicht helfen kann. Das Rumänische Tourismusministerium hat in Bukarest, Boulevard Magheru 7, eine Abteilung für Reklamationen eingerichtet. In Bulgarien bearbeitet Balkan-Tourist, Lenin Platz 1, in Sofia die Beschwerden der Besucher.

In den südlichen, von deutschen Urlaubern bevorzugt besuchten Ländern Italien, Spanien und Portugal muß man beim örtlichen Verkehrsverein sein Glück versuchen, ebenso in Österreich, der Schweiz und Irland (das eine „Urlaubsgarantie“ für verpfuschte Ferien bietet). Griechenland hat in den meistbesuchten Orten eine meist hilfreiche Touristenpolizei etabliert. In Jugoslawien werden die Besucher ihre Reklamationen nicht los, die jugoslawischen Fremdenverkehrsämter in Deutschland übernehmen die Bearbeitung. Ebenso die vier skandinavischen Länder: Auch hier kann man erst nach dem Urlaub bei den Fremdenverkehrsbüros in Deutschland reklamieren. Die finnische Regierung allerdings plant in nächster Zukunft die Einrichtung einer solchen Beschwerdestelle im eigenen Land.

In Tunesien gibt es in allen größeren Fremdenverkehrszentren ein Commissariat Regional du Tourisme, wo man sich mit Beschwerden seitens der Fremden befaßt, in Marokko hilft das Bureau du Tourisme, 22 Avenue d’Alger, Rabat. Das Ministry of Tourism, Adlystreet5, Kairo, sorgt in Ägypten für Reisende in Nöten.

In den USA wendet man sich an das Visitors and Convention Bureau, etabliert in allen Bundesstaaten und in allen größeren Städten. Mexiko-Touristen reklamieren beim Direccion General de Supervision, Secretario de Turismo, Presidente Mazaryk 172, Mexiko 5, oder beim Commerce Secretariat, Telephon Mexico-City 5 88 29 50/52.

In Bangkok, wo es öfter einmal zum Krach zwischen Gästen und Gastgebern kommt, hilft die Tourist Organisation of Thailand, Rajdamnoen Ave., Mansion 2, in Bangkok 2; Unfallopfer oder Diebsgeschädigte werden von einer speziellen Truppe, der Tourist Police, betreut.

Schließlich Deutschland und seine schwarzen Schafe: Ausländische Touristen, die hierzulande Anlaß zur Klage haben, finden bei der Deutschen Zentrale für Tourismus in Frankfurt ein offenes Ohr. Hella Leißner