Der Chef des iranischen Geheimdienstes „Savak“, der 71jährige General Nematollah Nassiri,ist von Schah Reza Pahlevi überraschend entlassen worden. Die Entlassung gilt als Folge der wachsenden Unruhen im Iran.

Zwölf Jahre stand General Nassiri an der Spitze dieses wegen seiner Brutalität berüchtigten Geheimdienstes und war in dieser Eigenschaft zugleich stellvertretender Ministerpräsident und „Flügeladjutant“ des Schahs. Künftig wird er als Botschafter in Pakistan Dienst tun.

Politische Beobachter in Teheran rechnen nach der Amtsenthebung des 71jährigen mit einer umfassenden Reorganisation des Geheimdienstes, nachdem es „Savak“ während der Unruhen in den vergangenen Monaten offensichtlich nicht gelungen ist, oppositionelle Gruppen wirksam zu bekämpfen.

Bei den Unruhen in verschiedenen persischen Städten hatte sich gezeigt, daß die „Savak“ im Hintergrund vornehmlich „schwarze Reaktionäre“ und nur vereinzelt kommunistische Untergrundorganisationen vermutet hatte. Ihrer Aufmerksamkeit war entgangen, daß der politische Widerstand der „Linken“, aber auch der orthodoxen Mullahs inzwischen ein gemeinsames Ziel gefunden hat: die Beseitigung des Schah-Regimes.

Ausdruck dieser „Aktionseinheit“ ist zu Wochenanfang ein von linken oppositionellen Gruppen ausgerufener Generalstreik gewesen. Zwar führte er nicht zu einer Lahmlegung des öffentlichen Lebens. Aber immerhin, und dies war für die Regierung gewiß alarmierend, wurde der Aufruf in den wirtschaftlichen Zentren der heiligen Städte Mashad und Qom am nachhaltigsten befolgt. U.V.