• Herr Blank, Sie kommen mit frischen Eindrücken aus der Volksrepublik China zurück. Sie haben gerade den Besuch einer chinesischen Delegation in Ihrem Unternehmen hinter sich. Wie beurteilen Sie jetzt die Chancen für eine Ausweitung des deutschchinesischen Handels?

Blank: Ich glaube, daß die Wechselseitige Bereitschaft zur Intensivierung der Handelsbeziehungen zwischen der Volksrepublik China und der Industrie der Bundesrepublik niemals größer war als heute. Diesen Eindruck habe ich sowohl bei meinen Gesprächen mit Vertretern der Regierung in Peking gewonnen, als auch beim kürzlichen Besuch des Ministers für metallurgische Industrie, Tang Ke. Was die Chinesen besonders an ihren deutschen Partnern schätzen, ist die hohe Qualität der Produkte, die Liefertreue und – vor allem bei Großprojekten – die gute Ausbildung ihrer eigenen Fachkräfte in deutschen Betrieben.

  • Die DEMAG ist am Bau des Walzwerks Wuhan beteiligt. Wie ist die Zusammenarbeit mit dem chinesischen Partner?

Blank:Mit einem Wort: hervorragend, Man hat sich inzwischen voll aufeinander eingestellt, und nach der bekannten Terminverzögerung auf Grund der Ereignisse um die „Vierer-Bande“ geht es in Wuhan zügig voran. Die Stranggießanlage soll im Juli anlaufen, das Kaltbandwalzwerk mit den Bandveredelungsanlagen sukzessive in den nächsten Monaten.

  • Glauben Sie, daß weitere Auf träge für Ihr Haus und für die deutsche Industrie insgesamt die Folge dieses guten Klimas sein könnten?

Blank: Davon bin ich überzeugt. Die Chinesen haben den Grundsatz, Unabhängigkeit und Fortschritt aus eigener Kraft zu erreichen. Sie haben jedoch erkannt und akzeptiert, daß eine schnelle Entwicklung ihres Landes nur möglich ist unter Benutzung der Technologie und der Erfahrungen des Auslands. Die Volksrepublik China will zur Zeit in verstärktem Maße Anlagen auf den verschiedensten Sektoren importieren. Es handelt sich dabei um sehr große Projekte.Ich glaube, daß wir als DEMAG, ebenso wie andere Unternehmen der deutschen Industrie, dabei vielfältige Möglichkeiten haben.

  • Die Chinesen sind neuerdings ja bereit, Importe auch mit Krediten zu finanzieren. Das bedeutet für den Exporteur auf der einen Seite zusätzliche Probleme, weil er sich ja wohl um die Finanzierung kümmern muß, auf der anderen Seite gibt es aber auch zusätzliche Liefermöglichkeiten. Überwiegt Ihrer Meinung nach dieser Vorteil die Nachteile?