Es ist ein General, der bei den Kämpfen um die Weltmeisterschaft im Fußball dafür zu sorgen hat, daß alles klappt. Das wunderte einen Fernsehreporter aus Paris. Ausgerechnet ein General! Er suchte ihn in Buenos Aires auf undfragte: „Warum ein Militär?“ – „Ja, wer denn sonst?“ – „Hätte nicht der argentinische Fußballverband ...?“ – schon unterbrach ihn der General: „Es, ist ganz einfach, es ist die Regierung, die den Mundial vorbereitet hat und folglich die Verantwortung trägt. Die Regierung in diesem Lande ist nun eine Militärregierung. Infolgedessen sehen Sie einen General an der Spitze. Ganz einfach!“

In Parishat Pierre Marin als Sprecher einer Journalisten-Organisation (in Le Monde vom 30.Mai) drei Methoden genannt, nach denen die argentinische Regierung mit den Vertretern der Presse verfährt.

Erstens der Rat: Ihr seid Sportjournalisten. Also kümmert euch um den Sport. Verlaßt ihr dieses Terrain, seid ihr nicht mehr geschützt!Zweitens: Laßt euch nicht unwissentlich zu Mitteln subversiver wissentlich machen!

Hier liegt natürlich das Wissen, was „subversiv“ sei, bei den regierenden Generälen. Und Pierre Marin findet ein passendes Beispiel, indem ermeint: „Um ein sportliches Bild zu nehmen: Der General Videla wirkt dabei als Linienrichter. Er pfeift, wenn der – Journalist über das ihm vorgeschriebene Spielfeld hinausläuft. Drolliges Spiel, wo der Schiedsrichter zugleich Partei ist.“

Die dritte Methode hat bereits Aufsehen erregt: Das Gepäck der Journalisten wird überprüft, ihre Papiere werden, photokopiert, ihre Informanten ausgeforscht, und das Weitere findet sich dann womöglich, wobei die Ausweisung aus dem Lande noch das wenigste ist.

Vom Turm der Politik aus gesehen, kann Sport sehr nützlich sein, ebenso der Besuch ausländischer Zeitungsleute. Das hat Hitler bei der Olympiade 1936 in Berlin schon erfahren.

Die Fußball-Elite, die Männer am Ball und ihre Fans am Fernsehapparat, pflegt freilich zu sagen: Sport ist Sport, und politisch Lied ein garstig Lied. Aber nicht garstig, sondern richtig. schön hat General Videla, der Staatschef Argentiniens, gesungen, als er die Mannschaft des eigenen Landes zur Audienz empfing: