Chinas Vizepremier Ku Mu ist zehn Tage lang als Warner vor sowjetischen Hegemoniegelüsten durch die Bundesrepublik gereist. Gleichwohl deckten sich die Auffassungen von Gast und Gastgebern nur am Rande.

In Bonner Ohren klingt das chinesische Kontrastprogramm nicht neu. Tiefe Besorgnis über vermeintliche oder tatsächliche Vorherrschaftsbestrebungen Moskaus zieht sich seit langem durch alle Gespräche, die chinesische Politiker mit deutschen Besuchern in Peking führen.

Selbst aus Höflichkeit mochte Bundeskanzler Schmidt diese Karte nicht aufnehmen. Er verwies auf das deutsche Entspannungsinteresse und bot unscharfe Gemeinsamkeit im weiter entfernten Afrika an: Dort trete man wie Peking dafür ein, daß dieser Kontinent „frei von fremden Einflüssen und Ideologien“ bleiben solle.