Ulrich Schmidt: „Menschen lernen miteinander reden“. Die Vereinsamung der Menschen vor allem in den Großstädten nimmt allmählich bedrohliche Ausmaße an. Jeder fünfte Bundesbürger fühlt sich einsam. Vielen isoliert Lebenden wäre schon geholfen, wenn sie Gelegenheit hätten, einem anteilnehmenden Zuhörer ihr Herz auszuschütten. Da es aber fast überall an solchen Gelegenheiten fehlt, führt die Vereinsamung immer häufiger zu Angstneurosen und anderen Verhaltensstörungen. Allein in der Bundesrepublik Deutschland zählt man sechs Millionen Heilungsbedürftige dieser Art, und die 2000 Psychotherapeuten, die ihnen helfen könnten, sind hoffnungslos überfordert Da kommt zur rechten Zeit eine genial einfache, billige und überaus wirksame Volkstherapie: Gruppengespräche nach dem Verfahren von Carl Rogers und Reinhard Tausch. Ulrich Schmidt hat als Reporter an diesen Begegnungen teilgenommen und danach selbst „Zwei-Tage-Gespräche für jedermann“ in Hamburg eingeführt. In seinem Buch berichtet er von den Erfahrungen mit diesem Modell, gibt Hinweise für Nachahmer in anderen Städten und Ratschläge, wie man mit Fremden Gespräche anknüpfen und was man tun kann, um ein verstummtes Ehe- oder Freundesgespräch wieder in Gang zu bringen. (Herderbücherei 636, Herder, Freiburg, 1978; 96 S., 4,90 Mark.)