Wenn das Wetter so bleibt, fahren wir morgen aber raus“, sagte sie. Ich sagte: „Wenn das Wetter nicht so bleibt, fahren wir morgen auch raus, wir können aber heute schon rausfahren,“ „Aber der Wetterbericht hat doch gesagt, daß heute Schauerneigung besteht.“ Ich sagte: „Wir können ja heute und morgen rausfahren; dann rechnen wir heute mit Schauerneigung und denken morgen, wie das gestern war, und wie das mit den Schauerneigungen so ist.“

„Gestern hatte ich gesagt, wie warm es mit einemmal ist, und da hast du gesagt, das muß es ja auch mal. Darüber muß man aber doch auch vernünftig reden können.“ Ich sagte: „Es war aber gar nicht so warm, dir war nur warm.“ „Ich hab’ doch aufs Thermometer geguckt, und die Leute fanden alle, daß es warm ist.“ Ich sagte: „Deshalb war dir auch so warm. Und was geht es mich denn an, wenn alle Leute finden, daß es warm ist. Dann stelle ich mir vielleicht noch vor, was die alle anhaben, und weshalb ihnen so warm ist. Wenn es wirklich warm ist, dann ist es eben warm, und jedem ist warm.“

„Jetzt verzieht sich der Himmel, guck doch mal.“ Ich sagte: „Warum soll ich mir das auch noch angucken. Das gucken sich jetzt genug Leute an.“

Das Telephon klingelte. „Wenn das Wetter so bleibt, sind wir morgen weg“, sagte Gerhard. Ich sagte: „Dann seid ihr eben weg.“ „Und du?“ Ich sagte: „Es ist doch ganz egal, ob ich morgen weg bin, das hängt doch nicht vom Wetter ab.“ „Aber bei dem Wetter bleibt man dann doch nicht zu Hause.“ Ich sagte: „Ich bleibe hier oder fahre weg, das ist noch nicht raus. Ich könnte auch jetzt wegfahren, aber man kann nicht einfach wegfahren, obgleich ich mir sage, bloß weg, wenn immer davon geredet wird, daß man wegfährt. Wenn es aber nur das Wetter ist, weshalb man wegfährt, dann ist mir das zuwenig. Und unterwegs trifft man dann Leute, die sagen: ‚Das Wetter wird so bleiben‘, oder die sagen: ‚Wir hatten gar nicht geglaubt, daß es so bleibt.‘“

„Wer war das denn?“ sagte sie. Ich sagte: „Einer, der auch damit rechnet, daß das Wetter so bleibt. Er fährt morgen weg.“ „Wohin denn?“ Ich sagte: „Er fährt raus.“ „Und wir?“ Ich schwieg. „Was du auch immer mit dem Wetter hast.“ Ich sagte: „Ich hab’ ja gar nichts mit dem Wetter, aber fahr du morgen man ruhig raus.“

„Und du?“ Ich sagte: „Du hast damit angefangen. Es hätte sich ja alles ganz von selbst ergeben können.“ „Das ergibt sich doch nicht von selbst. Man muß sich doch rechtzeitig darauf einstellen.“ Ich sagte: „Aber ich möchte eben, daß es sich so ergibt.“ „Von selbst ergibt sich gar nichts.“ Ich sagte: „Doch, das Wetter. Das ergibt sich zwar auch nicht ganz von selbst, aber wie es sich auch immer ergibt, wir haben doch gar keinen Einfluß darauf. Man muß es so hinnehmen, das Wetter.“

„Wenn du einen Garten hättest, würdest du aber anders reden. Dann ist man mit der Natur schon verwachsen, und was spürt man nicht alles, bevor man denkt.“ Ich sagte: „Das Sprengen geht ja auch schon automatisch, und wenn einer damit anfängt, geht das der Reihe nach. Das ist nicht nur mit dem Sprengen so.“ „Aber wer so denkt, wie du, braucht ja gar nicht mehr vor die Tür zu gehen. Und wenn du rausgehst, denkst du nie ans Wetter. Wie oft bist du schon naßgeregnet.“ Ich sagte: „Man kann doch nicht wegen des Wetters zu Hause bleiben oder sich irgendwo länger unterstellen. Die Erwartung, daß es endlich aufhört zu regnen, steigt unaufhörlich. Niemand findet sich mit dieser Lage ab. Und ich will keinen Krach, wenn ich mich unterstelle.“