„Diener des Imperialismus“

Albanien, lange Jahre Pekings einziger ideologischer Weggenosse in Europa, hat eine neue Stufe im verbalen Kampf gegen den einstigen Verbündeten erklommen. Auf dem 8. Kongreß der albanischen Frauenunion wurden die chinesischen Kommunisten nicht nur als „Verräter und Renegaten des Marxismus-Leninismus“ beschimpft, die mit dem „amerikanischen Imperialismus“ Hand in Hand gehen. Mehr noch – sie „dienen dem Imperialismus und dem modernen Revisionismus“. Die Attacke verwunderte: Seit Monaten hatte die Presse die Volksrepublik einfache totgeschwiegen. Doch der plötzliche Ausbruch erklärt sich leicht – Peking hat seine finanzielle Unterstützung für Tirana aufgekündigt.

Keine Ruhe in Ogaden

Der Ogaden, die von Somalia beanspruchte Südregion Äthiopiens, kommt nicht zur Ruhe. Obwohl die von Somalia unterstützten Freiheitskämpfer im März von den Äthiopiern dank kubanischer Hilfe vernichtend geschlagen wurden, geht der Kleinkrieg weiter. Den blitzschnellen Vorstößen und raschen Rückzügen sind die Kubaner – wie übrigens auch in Angola – nicht gewachsen. Angeblich haben sie seit März 40 Mann verloren (neben rund 500 Äthiopiern). In einigen Gebieten des Ogaden ziehen sie sich schon wieder, auf die Städte zurück und überlassen das flache Land den Rebellen.

Ohne Bauch

In ihrem Säuberungsfeldzug wider die „Sünden“ wollen ägyptische Abgeordnete nun sogar eine arabische Attraktion von weltweitem Interesse verbieten lassen: den Bauchtanz. In Ägypten, das von Gesetz wegen zum bedeutendsten Land des Islam erklärt werden soll, wird es künftig auch keinen Alkohol mehr geben. Wie schon immer in Saudi-Arabien, so werden auch am Nil Übertretungen gemäß der fünf „göttlichen Strafgesetze“ geahndet: von der Auspeitschung bei Trunkenheit bis zur Steinigung bei Ehebruch. Ein Wortführer der Anti-Bauchtanz-Fronde, der ehemalige Luftmarschall Saad El Din Sheriff, betonte: „Ich bin kein Extremist. Aber nach islamischen Regeln darf eine Frau in der Öffentlichkeit nur ihr Gesicht und ihre Hände zeigen.“ Allein in Ägypten gibt es 5000 Bauchtänzerinnen.