Spekulationen um arabische Ölscheiche sind beliebt. Viele Gerüchte verfliegen. Jetzt. jedoch scheint sich allmählich herauszukristallisieren, daß arabische Bankiers, in Zürich wird von der Kuwait Foreign Trading & Investment Company gesprochen, bereits 16 bis 18 Prpzent der AEG-Aktien besitzen sollen.

Die Kauforder sollen über Schweizer Banken und über die Dresdner Bank abgewickelt worden sein. Tatsächlich machte sich bei AEG in der vergangenen Woche eine unerklärliche Aktivität bemerkbar. Zur Wochenmitte wechselten im Bundesgebiet mehr als 200 000 AEG-Aktien den Besitzer. Allerdings: Üblich ist es für Interessenten-solchen Kalibers nicht, einzelne Aktien an der Börse zu kaufen.

Das alarmiert die Börsianer und treibt die Kurse, zumal es keine bedeutenden AEG-Pakete gibt. Ein weiteres Argument, welches das Gerücht stützt, lieferte die AEG-Hausbank. Die Dresdner Bank nämlich praktizierte jüngst Unübliches: Statt wie sonst die Vorschläge des Vorstandes für die Hauptversammlung voll zu unterstützen, empfahl die Dresdner Bank ihren AEG-Kunden, sich auf der bevorstehenden Hauptversammlung in dem wichtigsten Abstimmungspunkt neutral zu verhalten.

Dabei geht es um eine vom Vorstandsvorsitzenden favorisierte Stimmrechtsänderung der AEG-Aktien, und zwar eine Beschränkung auf zehn Prozent des Aktienkapitals. Für den 20. Juni wird auf der Hauptversammlung mit „einem Machtkampf“ um AEG gerechnet.

Werauch immer hinter der AEG-Spekulation steht, früher oder später, wird sich herausstellen, ob die Kuwaitis dahinterstecken. Das Versteckspiel, das deutsche Banken üblicherweise mit neuen Aktionären dieser Größenordnung veranstalten, liegt den Scheichen nicht. jfr.