Nach der Einführung des staatlichen „Sportbootführerscheins-See“, den jeder Motorsportler besitzen muß, der mit mehr als fünf PS auf deutschen Küstengewässern schippert, ist nun auch die entsprechende Verordnung für Binnenschiffahrtsstraßen (Bundeswasserstraßen) in Kraft getreten.

Der Deutsche Segler-Verband und der Deutsche Motoryachtverband haben jedoch eine so vernünftige Regelung ausgehandelt, daß die neue Verordnung kaum Verärgerung bringen wird. Der bisher; nur von Mitgliedern geforderte A-Schein der beiden Verbände wird nämlich vom Bundesverkehrsministerium vom 1. April an als amtliches Zertifikat anerkannt. Motorbootführerscheine eines anderen Wassersportverbandes ersetzen den A-Schein der beiden großen Verbände jedoch nicht.

Aber auch hier kommt das Ministerium den Wassersportlern entgegen. Wer diesen Schein vor dem 1. April 1978 erworben hat, erhält ohne Prüfung – wenn auch gegen eine Bearbeitungsgebühr – einen neuen gültigen A-Schein. Dies gilt auch für die Motorbootführerscheine des DRK, der DLRG und des Verbandes Deutscher Segelschulen. Inhaber solcher Scheine müssen den A-Schein bis zum 30. April 1980 beim Deutschen Segler-Verband, Adolfstraße 56, 2000 Hamburg 76, oder beim Deutschen Motoryachtverband, Stormsweg3, 2000 Hamburg 76, beantragen.

An Stelle des A-Scheins genügen auch der amtliche „Sportbootführerschein-See“ oder ein in der Bundesrepublik erworbenes nautisches See-Patent, sofern sie vor dem 1. April 1978 ausgestellt worden sind.

Jederzeit gültig für Binnengewässer sind das Bodenseepatent für Motorboote sowie andere nach Landesrecht erteilte Motorbootführerscheine und das nautische Patent für Binnenschiffer. Die neue Verordnung gilt natürlich auch für Berlin. S. Th.