Von Gerhard Seehase

Zum Lachen, meint er, sei ihm eigentlich gar nicht zumute, Aber dann lacht er doch, als er sagt! „Am besten wäre es, die Fische würden umdenken lernen, damit sie nicht dauernd in fremde Gewässer schwimmen; aber die Biester kapieren es ja nicht.“ – Klaus Purwin, Geschäftsführer der Genossenschaft „Fischverwertung Lübecker-Bucht“, sitzt hinter seinem Schreibtisch am Travemünder Kutterhafen wie auf einem Feuerstuhl,

„Hier kann man sich verbrennen“, sagt er, „obwohl wir das Wasser vor der Haustür haben. Nichts ist besser geworden in den letzten Monaten. Im Gegenteil, seit die Polen den Heikendorfer Kutter vor Bornholm aufgebracht haben, fühlen sich unsere Fischer noch unsicherer als vorher.“

Als ich damals vor vier Monaten mit den Ostseefischern in Travemünde sprach (DIE ZEIT Nr. 9), pfiff ein eisiger Wind über den Kai des Kutterhafens. Jetzt scheint die Sonne; aber die Stimmung der Fischer ist eher noch kühler geworden.

„Die in Bonn“, sagt einer, „die wissen doch zum Teil gar nicht, wo die Ostsee liegt.“

„Warum geben die uns nicht Fischerei-Schutzboote mit, wie die anderen?“ will ein anderer wissen, „dann würden sie uns schon in Ruhe lassen.“