Nachdem die FDP in Polen und Tunesien ihr Profil verloren hatte, mußte sie sich einer Gesichtsoperation unterziehen, um nicht an ihren Rückennummern wiedererkannt zu werden. Aber dann kam Stoltenberg aus der Tiefe des Kieler Strafraums und kündigte den Staatsvertrag mit dem DFB, weil er dessen Ausgewogenheit in Gefahr sah. Der DFB aber ließ Rudel rechts rein und Breitner links liegen und Schön erklärte, er wollte lieber gegen die Kubaner in Afrika als noch einmal gegen ein Rudel Italiener spielen, und sah uns gegen Holland in Not.

FDP-Trainer Genscher aber, der sich nach allen Seiten verteidigen mußte, meinte dazu nur lakonisch: „Schön wär’s ja“ und ließ den Ball über sämtliche Flügel laufen. Nachdem General Geißler anschließend auch noch den Schlüssel zum „Selbsttor des Monats“ im Mittelfeld verloren hatte, trat die Strategiekommission zusammen und trennte sich null zu null zur Halbzeit. Daraufhin forderte Rechtsaußen Strauß ein Replay und drohte wiederholt damit, seine Vierte Partei aufs Spielfeld zu schicken.

Auf diesen Ein- beziehungsweise Vorwurf hatte Strafverteidiger Filbinger nur gewartet; als er dann noch der deutschen Elf fehlende Manneszucht vorwarf und sie zu mehr Disziplin aufforderte, lief er in seine eigene Abseitsfalle, worauf ihm nichts anderes übrig blieb, als zu mauern, also seiner jetzigen Verfassung treu zu bleiben.

Unterdessen hatten auch schon die Umweltschützer Partei ergriffen, dabei den grünen Rasen entdeckt und sofort gegen seine Behandlung in Argentinien protestiert. Aber dieser Ball ging weit ins Aus, bevor die Grünen Listen dem listigen Dregger den Ball zuspielen konnten, der nun allein um den letzten Tango bitten müßte.

Als nun wieder kein Tor fallen wollte, erreichte die Parteienverdrossenheit ihren vorläufigen Höhepunkt und Steuermann Fredersdorf drohte mit der Gründung einer weiteren Partei, auch Tandler schloß weitere Überlegungen nicht aus. Daraufhin schloß die SPD niemanden mehr aus, sondern behauptete, sie habe ihr Formtief überwunden und werde ab sofort von der Raum- zur Manndeckung übergehen, worauf Börner von einem Karlsruher Verfassungsschiedsrichter eine rote Karte bekam und damit einen Feldverweis.

Überraschend griff nun die CDU in das Spielgeschehen ein und die FDP mit drei Sturmspitzen an, die daraufhin wieder zwei Vorwärtsverteidiger auswechselte und ohne Reservebank weiterspielen mußte. Nach dieser Auflockerungsübung verwandelte Albrecht in der letzten Minute den längst fälligen Elfmeter – ein fast unglaublicher Kernkraftakt. Libero Zimmermann hatte allerdings längst bemerkt, daß der Ball einen radikalen Linksdrall hatte und verteidigte den bekannten Erlaß durch einen riskanten Fall-Rückzieher, der selbst im Bundeshaus unbelauscht blieb.