DIE ZEIT

Die Leviten gelesen

Über ein Jahr lang hat Jimmy Carter gegenüber der Sowjetunion einen unsteten Zickzackkurs gesteuert. Je nachdem, ob "Tauben" oder "Falken" ihm seine Reden aufsetzten, spielte er das weltpolitische Gewicht des Kreml fast bis zur Bedeutungslosigkeit herunter oder beschwor das Schreckensbild einer neuen roten Gefahr herauf, Eine Linie war da schwer zu erkennen.

Akte Filbinger

Vor dem Stuttgarter Landgericht ist am Dienstag dieser Woche erneut in Sachen Filbinger gegen Hochhuth und Die ZEIT verhandelt worden.

Unfähig zum Kompromiß

Mit der Kündigung des Staatsvertrages durch den schleswig-holsteinischen Ministerpräsidenten hat die Krise des Norddeutschen Rundfunks ihren Höhepunkt erreicht.

Franzosen-Pech

Nicht nur beim Fußball in Argentinien haben die Franzosen Pech. Der bisherige Favorit der Sowjets in Europa ist auch in Moskau ausgeschieden.

Auf der Suche nach dem Patentrezept

Die müssen schnell ihr Kirchenpapier verbrennen und viele Kerzen anzünden", spöttelte ein Sozialdemokrat angesichts der Schwierigkeiten der FDP, das Klassenziel in Hessen zu erreichen.

Nie Kronprinz, jetzt König

An Ratschlägen herrscht kein Mangel; nur sind sie alle etwas sonderbar. Er könne ihm Glück, nicht durch Kabinettsbeschluß verschaffen, meinte der Kanzler.

Ist die FDP noch zu retten?

Lambsdorff: Wir haben unterschiedliche Fehler gemacht. In Niedersachsen haben wir es nicht vermocht, unsere Politik der Auflockerung deutlich zu machen, und wir haben keinen optimalen Wahlkampf geführt, um das Mindeste zu sagen.

Neue Bewegung

Das Treffen des Bonner Vertreters in Ost-Berlin, Gaus, mit SED-Generalsekretär Honecker signalisiert möglicherweise eine neue Phase in den Beziehungen der beiden deutschen Staaten.

Klarstellung

Sie legen mir jedoch einen Ausspruch zur Last, den ich nicht getan habe: "... was damals Rechtens war, kann heute nicht unrecht sein.

Acht Jahre auf ein Auto warten

Wer Fußballweltmeister wird, ist für die DDR-Bürger ein beliebteres Gesprächsthema als der Lagebericht Erich Honeckers vor dem Zentralkomitee der SED.

Wolfgang Eben: Fußball-Geflüster

Nachdem die FDP in Polen und Tunesien ihr Profil verloren hatte, mußte sie sich einer Gesichtsoperation unterziehen, um nicht an ihren Rückennummern wiedererkannt zu werden.

Chile: Stolpern über einen Mord?

Lebend war er ein entschiedener Gegner der chilenischen Militärjunta sein Tod indes – der Ex-Botschafter Orlando Letelier wurde am 21.

Der Aufstand der Kalifornier

Die Kapelle spielte immer hitziger, die Menschen im Festsaal des Biltmore-Hotels in Los Angeles wurden immer unruhiger. Plötzlich entlud sich die Spannung in einem einzigen jubelnden Aufschrei.

Abrüstung: Erste Ost-Offerte nach vier Jahren

Der Gegenvorschlag des Warschauer Paktes für einen Truppenabbau der Streitkräfte in Mitteleuropa – vorige Woche der Wiener Truppenkonferenz vorgelegt – hat die Schwenkung der sowjetischen Verhandlungstaktik auf die Linie der „Parität“ zwischen Ost und West bestätigt.

Amerikanische Afrika-Politik im Zwielicht

Mit dieser Erklärung stellte sich die amerikanische Regierung zu Wochenanfang hinter den Vorwurf von Präsident Carter, Kuba sei über den militärischen Vorstoß in die Zaire-Provinz zumindest unterrichtet gewesen.

Hilfsaktion für Zaire

Die Konferenz, die keine Beschlüsse, sondern lediglich Empfehlungen, verab schieden wird, rechnet mit einem Kostenaufwand für die wirtschaftliche Stabilisierung des Landes in Höhe von rund 10 Milliarden Mark.

Wer bringt wen um?

Die Sommerzeit, die in der Bonner Aufregung um eine drohende Protestpartei augenblicklich ein bißchen zu kurz kommt, wird bis auf weiteres vertagt.

Diäten-Goldgrube in Straßburg

Großbritannien will die formelle Entscheidung des EG-Ministerrats über den Termin für die erste Direktwahl zum europäischen Parlament mit einem Beschluß über die Diäten der künftigen Europa-Parlamentarier verbinden.

Zweimal quer und einmal zurück

Optimisten sprechen von einer neuen Blütezeit des italienischen Fußballs, Pessimisten beklagen das Fehlen jeder Spielerpersönlichkeit, Helmut Schön, Bundestrainer der deutschen Fußballnationalmannschaft, huldigt dem Prinzip Hoffnung.

Der Mann auf der Bank

Viel Aufhebens hat es nie um Hans-Georg Schwarzenbeck gegeben. Damals nicht, als er Weltmeister wurde. Heute nicht, da, er auf der Reservebank sitzt: Vermutlich die letzte Station seiner Karriere im Nationaltrikot, die nun in Argentinien lautlos zu Ende geht.

Repräsentant der Republik

Wie wenige andere repräsentiert der Publizist und Politikwissenschaftler Dolf Sternberger die politische Kultur der repräsentativen Demokratie in der Bundesrepublik Deutschland.

Verbrecher: ja - Verräter: nein

Es scheint, daß wir ihn nicht mehr loswerden sollen, den „widrigen Gegenstand“, wie Golo Mann einmal das Thema Hitler genannt hat.

Fragwürdige Adresse

Seit 20 Jahren klärt Niedersachsens Verbraucherzentrale die Bürger des Landes über marktgerechtes Verhalten auf, mittlerweile in 16 Städten.

Ende einer Geisterstadt

Die Lampen am Eingang sind zersplittert, die Türen verschmutzt, von der bunten Fassade, die noch immer jeden Ästheten beleidigt, zieht sich in dicken Schlieren Dreck bis zum Boden hinunter.

Die Spitze des Eisbergs

Auf die meisten Fragen hat Bernd Faust, kommissarischer Landesvorsitzender der “Grüne Liste Umweltschutz“ (GLU), eine vorgestanzte Antwort: „Das wird alles am kommenden Sonntag entschieden.

Bahrs Pferdefuß

Mit den Gremienmitgliedern in deutschen Rundfunklanden ist Telebiss vor vier Wochen nicht gerade freundlich umgesprungen. Denn durch ihre ungezügelten Begehrlichkeiten tragen sie wesentlich dazu bei, die Rundfunkfreiheit zu gefährden.

Chic ist es, Strauß-Anhänger zu sein

Es gibt Freibier und ein deftiges Büfett. Aufgeräumt stellt ein graumelierter Herr am Saaleingang die Neuankömmlinge den anderen, schon munter plaudernden Gästen vor.

Aufbruch zur 35-Stunden-Woche

Eine der kleinen Organisationen im Deutschen Gewerkschaftsbund (DGB) macht von sich reden: Die Gewerkschaft Nahrung, Genuß, Gaststätten (NGG) mit ihren rund 240 000 Mitgliedern zeigt ihren großen Brüdern, wie man die Arbeitszeitverkürzung in den Griff bekommen kann.

Ein blamabler Sieg

Auf den ersten Blick sieht es aus wie eine Nachricht von nur lokaler Bedeutung: Das Hamburger Verwaltungsgericht hat verkündet, daß mit dem Bau einer knapp einen Kilometer langen Demonstrationsstrecke für eine Magnetschwebebahn vorerst nicht begonnen werden darf.

Gespräche auf Kredit

Wer kennt es nicht: Wenn man unterwegs telephonieren will und endlich eine Telephonzelle gefunden hat, dann fehlt das Kleingeld.

Bonner Kulisse

Selbst eher belanglos dahergesagte Sätze eines Politikers finden in der derzeit allgemeinen politischen Nervosität eine beachtliche Resonanz.

Was Witwen recht ist...

Zweierlei Maß: Wird ein sozialversicherter Mann Witwer, dann behält er seine volle Rente; stirbt er aber vor seiner Frau, so muß sich die Witwe mit sechzig Prozent der Rente ihres Mannes begnügen.

Verluste werden nur anders verbucht

Bundesverkehrsminister Kurt Gscheidle will die Bahn weitgehend privatisieren. Der Bund soll die 29 000 Schienenwege übernehmen; die Bundesbahn selbst soll ein Unternehmen privaten Rechts werden, aufgeteilt in Betriebsgesellschaften für den Personen- und für den Güterverkehr, die vielleicht sogar als Aktiengesellschaften geführt werden könnten.

Lohn des Krampfs

Argentinien ist das Land, in dem die Vorurteile sterben. Zum Beispiel dies: dort werde gefoltert. Haben wir nicht gesehen, obwohl der Fernseher immer lief.

Signale von Renault

Wieder einmal mußte Renault niesen – und wie üblich fürchtete man in Frankreich, das ganze Land könne vom Grippevirus angesteckt werden.

„Engstirnige Handelsgruppe“

Wie Steinwerfer im Glashaus müssen sich EG-Europas Handelspolitiker eigentlich schon seit langem vorkommen. Mit Bekenntnissen zum Freihandel und Warnungen vor Dumping und Protektionismus bei andern sind sie allemal rasch bei der Hand.

Israel: Ein Schuß nach hinten

Ein Kamel, sagen Zyniker (beziehungsweise Kenner der Bürokratie), ist ein von einer öffentlichen Kommission geplantes Pferd.

Minister in der Entwicklung

Bei kaum einem Ministerium hat die christdemokratische Opposition in Bonn so oft den Rücktritt des Mannes an der Spitze gefordert wie beim Entwicklungsministerium.

Schweizer Presse: „Lust zum Wechsel“

Der Mohr hat seine Schuldigkeit getan, der Mohr kann gehen. Alfred Peter heißt er und ist noch Chefredakteur der erst sechzehn Monate alten Basler Zeitung (BaZ, Auflage 110 000).

Gentlemen unter sich

Aller Anfang ist schwer, aber er muß einmal gemacht werden, sagte sich das Londoner Arbeitsministerium. Und so preist es sich nun für erste Erfolge im Durchbrechen traditioneller frauenfeindlicher Berufsbarrieren.

Ein tödliches Kalkül

Eigentlich müßte es ein rauschendes Fest werden: Die Ford Motor Company in Detroit, nach General Motors der zweitgrößte Autokonzern der Welt, wird 75 Jahre alt.

Zeitraffer

Auch im nächsten Sommer werden die Uhren noch nicht europaweit die gleiche Stunde schlagen. Die Verkehrsminister der Europäischen Gemeinschaft konnten sich bei ihren jüngsten Verhandlungen in Luxemburg wiederum auf keine einheitliche Sommerzeit, geschweige denn auf Termine für Beginn und Ende dieser Zeitverschiebung einigen.

Devisen-Seller

Der Kursanstieg des japanischen Yen zu Beginn dieser Woche wurde an den Devisenbörsen als sensationell bezeichnet. Der Wert von 0,95 gegenüber der Mark wurde seit Jahren nicht mehr erreicht.

Buch der Woche

Die erste Veröffentlichung des neu gegründeten „Instituts für Wirtschafts- und Gesellschaftspolitik“ unter Leitung des CDU-Politikers Professor Kurt Biedenkopf beschäftigt sich mit dem drängendsten Problem der Gegenwart – mit der gegen alle bisherigen Therapieversuche resistenten Arbeitslosigkeit.

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