Argentinien ist das Land, in dem die Vorurteile sterben. Zum Beispiel dies: dort werde gefoltert. Haben wir nicht gesehen, obwohl der Fernseher immer lief. Oder das: die Deutschen spielten Kraftfußball. Ebenso Fehlanzeige. Oder jenes: Sport und Kommerz widersprächen einander. Auch falsch.

Warum?

Ganz einfach. Gerade die Profis, also Deutsche, Holländer, Schotten, Brasilianer – wir bleiben mal bei den Deutschen – spielten schlecht. Etwa, weil der Trainer die falsche Mannschaft nominierte oder die richtige Mannschaft vom falschen Trainer betreut wird? Beileibe nicht. Eine Fußball-WM ist eine Messe. Und die zur Schau gestellten Güter heißen Müller, Maier oder sonstwie. Und die wollen sich dort verkaufen.

Dabei aber machten sie einen Fehler. Sie dachten zu einäugig an das eigene Profil. Da aber Fußball zwar nichts mit Kameradschaft zu tun haben muß, aber dennoch ein Mannschaftssport ist, bleibt, wird das vergessen, der Erfolg auch für den einzelnen aus.

Ein guter Geschäftsmann hätte diesen Zusammenhang gesehen. So aber sind die deutschen Fußballprofis – bis heute –, weil sie schlechte Geschäftsleute sind, auch erfolglose Sportler. Fußball und Kommerz passen nicht zueinander? Im Gegenteil. rf