Von Alexander Mayr

Der Mohr hat seine Schuldigkeit getan, der Mohr kann gehen. Alfred Peter heißt er und ist noch Chefredakteur der erst sechzehn Monate alten Basler Zeitung (BaZ, Auflage 110 000). Ab sofort ist er kaltgestellt, und im Herbst muß er das Zepter an Gerd Padel abgeben, den Direktor der Schweizerischen Radio- und Fernsehgesellschaft.

Die Mitteilung von seiner Entlassung erhielt Peter „fast so abrupt, wie er vor knapp anderthalb Jahren seinen Kollegen das Ende der National-Zeitung verkündet hatte“, stichelte das Badner Tagblatt. Und es ist wirklich kein Wunder, daß die Schweizer Presse nun gnadenlos über den Gefeuerten herfiel. Denn in diversen Redaktionsbüros Schweizer Gazetten sitzen Opfer jener „Fusion“ zwischen Basler Nachrichten (BN, Auflage 35 000) und Nationalzeitung (NZ, Auflage 100 000) zum Presseeintopf Basler Zeitung, die Peter durchgezogen hatte.

Eine der ersten Taten des 1975 vom Verleger Hagemann unter Umgehung des Redaktionsstatuts zum Chef gekürten Peter war damals: Rausschmiß vor allem der linken Redakteure. Doch geholt hat sich Peter die eigentlichen „Verdienste“ erst später, bei der Fusion der beiden Blätter. Im Gegensatz zu BN-Chef Oskar Reck hatte er an den Plänen von Anfang an mitgeschmiedet. Der Redaktion gegenüber ließ er freilich kein Sterbenswörtchen verlauten. Die Kollegen hörten’s in den Radionachrichten.

Eine weitere Rausschmißwelle, zu der Peter als Chefredakteur der neuen Basler Zeitung willig die Hand reichte, folgte. Der BaZ-Verwaltungsratsdelegierte Erich Reber bestätigt denn auch Peter heute noch, daß er dem fusionierten Blatt „unersetzliche Dienste geleistet hat, für die ich ihm ewig dankbar sein werde“.

Die andern sehen’s anders. Herbe Kritik mußte Peter jetzt beispielsweise vom Badner Tagblatt einstecken, das ihm „Profillosigkeit und das Bedürfnis, es allen recht zu machen“, vorwarf. Und Oskar Reck, der als Auch-Chefredakteur der BaZ – auf Außenposten Bern abgeschoben – schon wenige Monate später den Hut genommen hatte, sekundiert: „Punkto publizistische Leistung und Führungsqualität halte ich Peter für keine große Nummer. Peter war sehr nützlich für den ganzen Fusionsschwindel. Jetzt braucht man ihn nicht mehr.“

Inzwischen hat man nämlich einen besseren gefunden. Denn Gerd Padel, in der Abteilung Presse und Funk der Schweizer Milizarmee Dienstkollege Rebers, hatten diesem „Lust zum Wechsel“ (Reber) signalisiert. „Die BaZ hat sich diese Chance“, erklärte Reber, „einen so bedeutenden Mann zu berufen, nicht entgehen lassen.“