Nach der Absage des US-Konzerns GTE (General Telephone and Electronic) hat der Konkursverwalter der Körting Radiowerke in Grassau/Chiemgau nur noch einen Interessenten für das Unternehmen, das in der vergangenen Woche den Anschlußkonkurs anmelden mußte: Die jugoslawische Genossenschaftsfirma Gorenje im slowenischen Velenje. Sie beschäftigt 18 000 Mitarbeiter und setzt vor allem mit elektrischen Hausgeräten, aber auch schon mit Fernsehgeräten (nach Lizenz von Körting) an die 1,5 Milliarden Mark um.

Konkursverwalter Volker Grub hat mit den Jugoslawen, die bereits über ein Vertriebsnetz in Westeuropa mit Zentrale in München verfügen, schon mehrmals verhandelt. Aber nachdem die Osteuropäer nun wissen, daß sie ganz allein auf weiter Flur sind, werden: die Gespräche gewiß nicht leichter. Bayerns Wirtschaftsminister Anton Jaumann wäre bereit, Gorenje die gleichen Hilfen wie den Amerikanern zu gewähren, aber er verhehlt seine Skepsis gegenüber dieser Lösung nicht. Und ein Münchner Bankier artikulierte das Unbehagen über die Vorstellung, daß ausgerechnet ein sozialistischer Betrieb ein in Not geratenes kapitalistisches Unternehmen retten soll: „Es ist eine Katastrophe, daß ein deutsches Unternehmen aufhören muß, weil kein deutscher Interessent da ist.“

„Phantastisch“, so kommentiert der Kölner Sony-Chef Jack J. Schmuckli den Start des japanischen Unternehmens ins Geschäft mit Videorecordern. Das Fernsehaufzeichnungsgerät Betamax wird seit gut einem Monat von 200 Fachhändlern in der Bundesrepublik verkauft. Angeheizt wurde der Sony-Start mit einer massiven, rund zwei Millionen Mark teuren Einführungswerbung in allen überregionalen Zeitungen und den wichtigsten regionalen Tageszeitungen. Hauptkonkurrent Philips, mit seinem Gerät schon seit Beginn des Jahres auf dem Markt, hat deutlich weniger investiert.

Sony will das Vertriebsnetz demnächst auf rund 500 Händler ausdehnen. „Richtig losgehen“ soll das Betamax-Geschäft nach Schmuckiis Plänen aber erst zum Herbst. Dann sollen an die 800 bis 1000 Händler das Gerät anbieten. Für eine neue Werbekampagne sollen wiederum an die zwei Millionen lockergemacht werden, Von den vorübergehenden Engpässen abgesehen können die Sony-Leute sogar auch ausreichende Mengen an Video-Bändern liefern. Anbieter des anderen japanischen Videosystems wie Akai müssen hier häufiger passen.

Nach mundgeblasenen Käseglocken, Käsemessern und Kochbüchern sind beim Bremer Kaffeefilialist Eduscho als Sonderartikel rechtzeitig zur großen Urlaubszeit jetzt Farbfilme dran. Um den Preis nach unten und den Gewinn nach oben zu drücken, operiert Eduscho wie üblich mit hohen Stückzahlen. Soviel wie die ganze Fotobranche hierzulande in einer Woche verkauft, wollen die Bremer Röster in vierzehn Tagen allein an den Kunden bringen: rund eine Million Stück.

Wie schon vor zwei Jahren, als Eduscho kurzfristig 200 000 Pocketkameras „Made in Hongkong“ in den Markt drückte, reagierte der Fachhandel vergrätzt. Denn mit dem Preis des Kaffee-Films – knapp zehn Mark für drei 20er-Filme samt Entwicklung – kann er nicht mithalten. Mindere Qualität brauchen die Kaffeekunden dennoch, nicht zu befürchten: Die Filme mit dem Phantasienamen „Trentacolor“ stammen vom „Fachhandelspartner“ Agfa.

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