Lieber Hans-Dietrich Genscher, jetzt ist guter Rat -Steuer, meinen bekommen Sie sogar umsonst. Zunächst mal: bange machen gilt nicht! Also: Nerven behalten, durchstarten und nicht zuviel darüber grübeln, was die anderen falsch gemacht haben. Sondern den Blick starr nach vorn. Und darüber nachdenken, mit welcher neuen Taktik Wählerstimmen zu gewinnen sind. Die Steuervorschläge sind schon ein Schritt in die richtige Richtung. Aber warum den Steuerzahlern nur 20 Milliarden schenken – warum nicht die Steuer ganz abschaffen? Den Finanzminister stellt ja der Koalitionspartner! Und jetzt immer deutlich „Atomkraft – nein, danke“ sagen – wegen der Grünen, Sie wissen schon.

Lieber Helmuth Schön, ich bin keiner von diesen „Schmieranskis“, die Ihnen andauernd ans Leder wollen. Ich gehöre vielmehr mit dem Ex-Oberst Rudel zu Ihren treuesten Freunden und habe selbst nach dem Null zu Null gegen Tunesien gesagt: „Das soll dem Schön erst mal einer nachmachen!“ Helmuth, Kopf hoch, Weltmeister hin, Weltmeister her, ich stehe jedenfalls hinter Ihnen.

Lieber Otto Habsburg, ich bin außer mir vor Freude, Sie als neuen Landsmann begrüßen zu dürfen, denn wir Deutschen haben Ihrem Hause doch besonders viel zu verdanken. Ein Mann wie Sie hat in der deutschen Politik schon immer gefehlt, darum bin ich dem Freistaat Bayern so dankbar, daß er bei Ihrer Einbürgerung so großzügig und nobel war und bei Ihnen eine Ausnahme machte. Stellen Sie sich mal vor, ein anderer wäre öffentlich dafür eingetreten, in Notzeiten die Ein-Mann-Diktatur einzuführen! Noblesse oblige, Kaiserliche Hoheit!

Lieber Gerold Tandler, lassen Sie es sich doch nicht verdrießen, daß Ihr treuer Freund und Gönner Strauß Sie vorerst nicht Chef der CSU-Landtagsfraktion werden läßt und Sie darum CSU-Generalsekretär bleiben müssen. Gerold, man muß auch mal hin und wieder Opfer bringen, und daß Strauß dieses Opfer gerade von Ihnen verlangt, spricht ja nur dafür, wie sehr er Sie schätzen muß. Er hat noch viel vor mit Ihnen.

Lieber Heinz Kühn, jetzt nur nicht den Kopf hängen lassen und Trübsal blasen, weil Sie von Ihrer Partei so bitter enttäuscht wurden, indem sie es auf einmal so eilig mit Ihrem Rücktritt hat und keine Spur von Dankbarkeit zeigt. Denken Sie doch an die viele Freizeit, die Sie dann endlich haben werden, an die vielen schönen Reisen ins entfernteste Ausland – Sie reisen doch so gern. Und denken Sie auch an die vielen Menschen, besonders in Ihrer Partei, denen Sie mit Ihrem Rücktritt eine sehr große Freude machen. Das dürfte Ihnen diesen schweren Schritt sicher erleichtern.

Lieber Fidel Castro, wenn Sie Ihre Truppen suchen – sie sind immer noch in Afrika, waren aber nie in Zaire, glauben Sie Carter in dieser Hinsicht kein Wort, er glaubt Ihnen ja auch nicht.