Feuilleton

Zeitmosaik

Und schon wieder ist Müller am Ball, hier- bei klarem Himmel und dichtbesetzten Rängen und er ist im

+ Weitere Artikel anzeigen

DIE ZEIT

Prügelknabe Polizei

Der demokratische Rechtsstaat kann sich eigenhändig ans Messer liefern. Da planten Rechtsradikale zum 17. Juni ein Deutschlandtreffen auf dem Römerberg, das nicht nur die Linken, sondern alle Demokraten provozieren mußte, der Frankfurter Oberbürgermeister verbot es – ein Gericht hob die Entscheidung wieder auf.

Waffen für China

Das Reich der Mitte sucht neuerdings Schutz in Europa – gegen den gemeinsamen Feind aus Moskau. „Der Sozialimperialismus bedroht uns alle,“ warnte Pekings Vize-Außenminister Yu Chan jüngst in Rom.

Wieder im Fluß

Zynische Beobachter des internationalen Geschehens waren geneigt, Leonid Breschnjews Frühjahrsbesuch in Bonn als das Un-Ereignis des Jahres zu sehen: viel Aufwand für ein Ergebnis, dessen Dürftigkeit nur von dem Wortschwall der amtlichen Abschlußerklärungen verdeckt wurde.

Carters neuer Seiltrick

Jimmy Carter ist immer für eine Überraschung gut. Nach zweijähriger Unterbrechung will er Indien nun doch rund 7,6 Tonnen schwach angereichertes Uran für den von den Amerikanern gebauten Reaktor Tarapur liefern – gegen eine Empfehlung der US-Atom-Aufsichtsbehörde, mit Billigung des außenpolitischen Ausschusses des Repräsentantenhauses und ohne eine indische Zusage, künftig verstärkte Kontrollen zuzulassen und den Sperrvertrag zu unterzeichnen.

Suche nach verpaßten Chancen

Die Rezeptur war zwar teuer, doch ihre Wirkung sollte den Preis rechtfertigen. Als die Bundesregierung und die sie tragende Koalition im vergangenen Spätherbst die letzte einer ganzen Serie von Steuerentlastungen durchsetzten, die unsere Bürger in diesem Jahr um fast zwölf Milliarden Mark reicher machen, versprachen sie sich dreierlei: eine nachhaltige Minderung des verbreiteten Steuerverdrusses, eine Belebung der wirtschaftlichen Entwicklung und eine Mehrung ihres eigenen Ansehens.

Die Agenten-Szene belebt sich

Noch ist es nicht lange her, daß die Prawda die tiefe Krise der sowjetischen Agenten-Filme und Spionage-Drehbücher beklagte.

Wo Familiensinn zum Verhängnis wird

Nicht aus heiterem, aus lange umwölktem Himmel kam der Blitzschlag. Und doch so plötzlich, daß im Augenblick niemand damit gerechnet hatte, am wenigsten der Mann, der am 15.

Zeitspiegel

Der nationale Feiertag am 17. Juni wurde zwar in der Bundesrepublik und in Westberlin „begangen“, nicht aber in den diplomatischen Vertretungen unserer Republik.

Helfer der Revolution

Von Theorie und Politik hat der Dr. jur. Fidel Castro Ruz, Jahrgang 1917, nie viel gehalten. Er glaubte schon immer an den Segen der kämpferischen Tat, die allein seine drei großen Träume realisieren könne: Freiheit, Gerechtigkeit, Unabhängigkeit.

Carter klagt an

Die amerikanische Regierung will den Streit um die Frage kubanischer Mitverantwortung beim Einfall der Katanga-Rebellen in die Provinz Shaba so rasch wie möglich beenden.

Gewissen auf Probe

Freimütig bekennt der FDP-Abgeordnete Friedrich-Wilhelm Hölscher: „Mich begeistert das alles nicht.“ In der Tat, Begeisterung ist bei keinem der Koalitionsparlamentarier zu spüren, die sich damit plagen, das Recht auf Wehrdienstverweigerung jenen Normen anzupassen, die das Verfassungsgericht im Frühjahr gesetzt hat.

Berlin-Hilfe: Sparsam in der Luft

Die Berlin-Runde des Bundespräsidenten hat einige Schwierigkeiten gehabt, ein annehmbares Ergebnis hervorzubringen. Die Spitzen der vier Bundestagsparteien, auf Vorschlag Walter Scheels zu einer Arbeitsgruppe vereint, standen unter Erfolgszwang, besaßen aber nicht die Kompetenz, der Bundesregierung und dem Berliner Senat hineinzureden.

Der lange Abschied

Was haben Heinz Kühn und mancher exotische Potentat gemeinsam? Sie müssen mit Ärger zu Hause rechnen, sobald sie ihrem Lande den Rücken gekehrt haben.

Spricht in Hessen das Orakel?

Bundesregierung und Opposition starren auf den 8. Oktober, als fanden an diesem Tage in Hessen vorgezogene Bundestagswahlen statt.

Wie man das politische System ruiniert

In den traditionellen Beschreibungen des deutschen Parlamentarismus klingt alles sehr erbaulich. Das Regierungslager bestimmt in der Auseinandersetzung mit der Opposition die Politik.

Nahost-Konflikt: Auf morscher Bühne

Israels Ministerpräsident Menachem Begin hat einen mageren Punktsieg über seine Gegenspieler in Washington und im eigenen Kabinett errungen – freilich um den Preis einer weiteren Vereisung im Verhandlungsklima des Nahen Ostens.

Wolf gang Ebert: Herzliche Grüße

Lieber Hans-Dietrich Genscher, jetzt ist guter Rat -Steuer, meinen bekommen Sie sogar umsonst. Zunächst mal: bange machen gilt nicht! Also: Nerven behalten, durchstarten und nicht zuviel darüber grübeln, was die anderen falsch gemacht haben.

Ärger mit der Autonomie

Die Botschaft der Bundesrepublik in Madrid erhielt kürzlich Besuch von einem Parlamentarier, der einige Exemplare deutscher Länderverfassungen verlangte: Xabier Arzallus, Abgeordneter der baskischen Provinz Guipuzcoa, wollte sich über den föderativen Aufbau der Bundesrepublik informieren, weil er die Abgrenzung zwischen Bund und Ländern nach deutschem Verfassungsrecht für vorbildlich hält.

Pokern um Raketen

Die Kontroverse Präsident Carters mit den Sowjets über Moskaus Machtpolitik verdeckt den gemeinsamen Boden, auf dem die beiden Supermächte der strategischen Rüstung Grenzen ziehen wollen – trotz aller jüngsten Polemik.

Regierungskrise beigelegt

Die Regierungskrise in Belgien ist beendet. Meinungsverschiedenheiten der vier Koalitionsparteien über einen „Anti-Krisen-Plan“, die zum Rücktritt des Premierministers führten, sind ausgeräumt worden.

Strauß: Sieg ist in Sicht

Zu politisch eher bedeutungslosen Treffen frohgelaunter CSU-Touristen sind die Parteitage der Christsozialen inzwischen abgemagert.

Viel Korn und ein Koran

Britischer Nationalstolz ist tief verletzt: Zwei Engländern wurde in Saudi-Arabien auf einem Marktplatz in aller Öffentlichkeit mit einem 1,50 Meter langen Bambusstock das Hinterteil versohlt.

CDU: Kein Zweifler geduldet

Bis zum 1. Juli soll sich der niedersächsische CDU-Bundestagsabgeordnete Herbert Gruhl über seinen Verbleib in der Union entscheiden.

Euro-Wahlkampf eröffnet

Ort und Zeitpunkt waren gewiß kein Zufall, als Michel Debré am vergangenen Sonntag seinen Kreuzzug gegen das Europäische Parlament eröffnete.

Läuse aus dem Ministerium

Günter Gaus, Bonns ständiger Mann in Ostberlin, wird in den nächsten Wochen viel zu tun haben. Nachdem die DDR besonders für die devisenträchtigen deutsch-deutschen Verkehrsvorhaben Verhandlungsbereitschaft gezeigt hat, muß er herausfinden, welche Vorstellungen sie im einzelnen damit verbindet.

Dollarschwäche und Erdölschwemme

Der Genfer Öl-Kongreß tanzte nicht und marschierte nicht: Er drehte sich mit naturgesetzlicher Anziehungskraft um den Öl-Giganten Saudi-Arabien, diesen kursbestimmenden Pol der „Organisation Erdöl exportierender Staaten“ (Opec), und er kreiste wieder einmal um Achmed Saki Jamani, den tempobestimmenden Schrittmacher im Kreise der dreizehn Opec-Ölminister.

Skandalöse Geschäfte

Selten streng zeigte sich das Regierungspräsidium Stuttgart: Es verdonnerte den Crailsheimer Oberbürgermeister Hellmut Zundel in einem Disziplinarverfahren zu einer Geldbuße von 3500 Mark.

Herzige Bambis

Es war keine rechte Zier für den wackeren Waidmann. Er legte an, zielte schnell, drückte ab, es krachte, doch der Schuß ging nach hinten los.

Gegendarstellung

2. Sie behaupten, Brigitte Schultek, Betriebsratsvorsitzende in Lübeck, müsse damit rechnen, aus der Gewerkschaft öffentliche Dienste, Transport und Verkehr ausgeschlossen zu werden, weil sie ein Flugblatt unterschrieben habe, das ich nie im Leben unterzeichnet hätte.

Richtungsstreit

Der geplante Bau einer Autobahn zwischen Berlin und Hamburg ist das bisher größte Projekt innerdeutscher Kooperation 1980 soll mit den Arbeiten begonnen werdet.

Hilfe für die Rocker

Pünktlich zum Sommeranfang macht Hamburgs Boulevardpresse dem ruhigen Bürger wieder Angst: „Rocker. Die Polizei rechnet mit einem Sommer der Gewalt.

Und Ihr geht wieder fort...

Die eigentliche Weltmeisterschaft, so erhielt man vom Portier, vom Aufzugmann, von der Hosteß und natürlich vom Taxichauffeur mitgeteilt, fände an diesem argentinischen Vatertag in Rosario statt, Und das sei wirklich schade.

Ein 2:2 als Niederlage

Es ist passiert: „Wir“ sind nicht mehr Weltmeister. „Wir“ müssen jetzt sagen, „unsere Mannschaft“ war diesmal eben nicht gut genug.

Von Memmingen bis zur Paulskirche

und, auch das hätte dem Bürger-Präsidenten gefallen, nicht für eine winzige Schicht von Fachgelehrten bestimmt, sondern als eine Art Volks- und Hausbuch aufgezogen, das sogar die durch Illustrierten und Fernsehen verwöhnten (und des Lesens entwöhnten) Menschen noch anzulocken vermag.

Als Staaten außer sich gerieten

In unseren Tagen spielt sich, ohne daß man sich dessen bewußt wird, etwas Unermeßlicheres und Außerordentlicheres ab, als die Errichtung des römischen Imperiums: die Unterwerfung der vier Teile der Welt unter den fünften.

Nichts Neues über Luise

Theodor Körner hat sie mit „Du Heilige!“ angedichtet, und Heinrich von Kleist schwärmte: „Dein Haupt scheint wie von Strahlen mir umschimmert.

Unerbetene Ratschläge

Es kann keine Rede davon sein, daß das Sondergutachten des Sachverständigenrates zur Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung von den großen Akteuren der Wirtschaftspolitik herbeigesehnt worden sei.

Rote Hilfe für Körting

Aus dem „letzten Strohhalm“ wird wohl doch noch ein Rettungsanker für das Pleiteunternehmen Körting im Chiemgau. Weder Bayerns Wirtschaftsminister Anton Jaumann von der CSU noch die Industriegewerkschaft Metall wollten zunächst glauben, daß ausgerechnet die Genossenschaftsmanager aus dem sozialistischen Jugoslawien die in Konkurs gegangene Körting Radio Werke GmbH im letzten Moment vor dem totalen Ruin bewahren würden.

Sonntagsreden schnell vergessen

In Brüssel, dem Sitz der Europäischen Kommission, ist in dieser Woche von den europäischen Chemiefaserproduzenten der Vertrag für ein straffes Preis- und Quotenkartell unterzeichnet worden.

Bonner Kulisse

Postminister Kurt Gscheidle wird sich auf mehr als nur ein administratives Geplänkel zwischen Beamten seines Hauses und des Wirtschaftsministeriums einrichten müssen.

Endlich normal

Auch als Toni Schmückers Erfolge bei VW nicht mehr wegzudiskutieren waren, haftete an ihm noch ein Stigma: Ein Sanierer, das sei er schon, doch fehle ihm die Visionskraft, die Fähigkeit, Zukunftsstrategien für den Konzern zu entwerfen.

Reichlich spät

Vierhundertfünfzig Millionen Mark läßt sich die Bundesregierung in den nächsten vier Jahren ein soeben vorgestelltes Programm zur Förderung von Forschung und Entwicklung im Dienst der Gesundheit kosten.

Auf dem Weg der Dinosaurier?

Die amerikanische Fluggesellschaft PanAm brauchte nur wenige Stunden zu warten, dann hatte sie die Erlaubnis des Civil Aeronautics Board (CAB), der Zivilluftfahrtbehörde der USA, daß sie ihre Passagiere für 99 Dollar (rund 206 Mark) von Boston nach Amsterdam fliegen darf – als „Einführungspreis“ auf der neuen Route.

Erleichterung nach Hollands Tor

Die deutschen Hoffnungen waren am Sonntagabend nach dem Unentschieden gegen Holland gerade fast auf den Nullpunkt gesunken, als Colin Miles von der britischen Wettfirma Ladbrokes mit seinen Überlegungen begann, wie weit er die Quote für einen deutschen Sieg anheben sollte.

Sehnsucht nach dem großen Bruder

Zuerst lief alles „wie bei Honecker (Zwischenruf). Die Aktionäre des krisengeschüttelten zweitgrößten deutschen Elektrokonzerns AEG Telefunken erteilten Vorstand und Aufsichtsrat, die sich zuvor in stundenlanger Debatte nicht grundlos heftig beschimpft hatten, mit jeweils mehr als 99 Prozent der Stimmen die Entlastung.

Briefe per Telephon

Streit zwischen Post und Wirtschaftsministerium um ein neues Nachrichtensystem

Brüsseler Spitzen

Der internationale Jetset wird nun doch kein echtes Rindvieh in seinen illustren Reihen sehen. Die Brüsseler EG-Komission zieht nämlich entgegen anderslautenden Vermutungen nicht in Betracht, eine Kuh in der ersten Klasse von Melbourne nach Frankfurt fliegen zu lassen.

+ Weitere Artikel anzeigen