Hannover

Der geplante Bau einer Autobahn zwischen Berlin und Hamburg ist das bisher größte Projekt innerdeutscher Kooperation 1980 soll mit den Arbeiten begonnen werdet. Die Kosten sind auf eine Milliarde Mark veranschlagt. Bei den Verhandlungen zwischen Bonn und Ostberlin geht es vor allem um zwei Komplexe: Es muß der Verlauf der Schnellstraße festgelegt und ein Finanzierungsschlüssel muß gefunden werden.

In seiner Unterredung mit Staatssekretär Günter Gaus hat der DDR-Staatsratsvorsitzende Erich Honecker die politische Bedeutung dieses Straßenbaus für die deutsch-deutschen Beziehungen betont. Bonn denkt an Westberlin, dann erst an den wirtschaftlichen Vorteil. Dabei werden Geld und Beton letzten Endes ganz nach DDR-Wünschen eingesetzt.

Die beiden Endpunkte der Strecke liegen fest, Berlin und Hamburg. Ihre Verknüpfung allerdings wird in den Ministerien der norddeutschen Bundesländer unterschiedlich auf die Deutschlandkarte gezeichnet. Die Bundesregierung hat sich noch nicht festgelegt, über das DDR-Konzept gibt es nur Vermutungen. Berlins Senat schweigt diplomatisch, Hamburg, Kiel und Hannover diskutieren. Denn Niedersachsen, Schleswig-Holstein und die Hansestadt Hamburg sind neben Westberlin die Nutznießer des neuen Betonbands.

In der DDR wird die Schnellstraße bei Wittstock beginnen. Hier zweigt sie von der fast fertigen Autobahn zwischen Berlin und Rostock ab. Zwei Routen sind möglich:

  • Die Nordstrecke führt bei Valluhn nördlich von Lauenburg über die Grenze; Anschlußstelle wäre das BAB-Kreuz Hamburg-Ost.
  • Die Südstrecke passiert die Grenze in der Nähe von Schnackenburg. An Lüneburg vorbei verliefe sie nach Maschen südlich von Hamburg; dieser Autobahnknotenpunkt ist entsprechend angelegt.

Das Grundkonzept für die Finanzierung stellt die Bundesregierung sich so vor: Bonn trägt auf bundesdeutschem Boden alle Kosten, östlich der Grenze die Hälfte. Die Transitgebühren bezahlt die Bundesregierung pauschal. Sie berechnen sich nach Fahrzeugen und den auf DDR-Straßen gefahrenen Kilometern.