Die Aktienmärkte glichen in der vergangenen Woche der Fußballweltmeisterschaft: mit hoffnungsvollen Erwartungen, spektakulären Gerüchten über neue Formationen, vielen Anläufen, aber keinem wirkungsvollen Durchbrach. Eine Sensation schien sich am Donnerstag vergangener Woche anzukündigen, als erste Gerüchte über das 800-Millionen-Mark-Geschäft zwischen Veba und BP kursierten.

Die sommermüden Makler konnten sich plötzlich kaum noch vor telephonischen Kaufaufträgen retten. Der Veba-Kurs wurde binnen weniger Minuten bis um vier Mark hochgejubelt. Inzwischen ist die Euphorie wieder abgeklungen. Zwar sei das Geschäft eine unternehmerische Hochleistung beider Gesellschaften – so die Meinung an der Börse – doch sehe man kurzfristig keine Veranlassung, die Gewinnerwartungen zu revidieren.

Kurz darauf drängen neue Gerüchte in die Börsensäle. VW, so hieß es, wolle sich bei GHH einkaufen. Die GHH-Stämme legten prompt sechs Mark zu, VW konnte sich um rund vier Mark verbessern.

Schwankungen zwischen Hoffnung und Enttäuschung – ähnlich wie auf dem grünen Rasen des Fußballs – zeichneten sich bei zahlreichen Papieren ab. Das zeigt ein Vergleich der Kursveränderungen in der Tabelle mit denen, die beispielsweise am Freitag vergangener Woche auftraten. So legten allein die Aktien der Chemieverwaltung und DLW an diesem Tage je neun Mark zu, Rheinmetall fast sieben M-rk und jeweils fünf Mark BMW und Holzmann. Gleichzeitig aber rutschten andere Papiere nach unten, wie Hochtief, deren Kurs an diesem Tag zehn Mark einbüßte.

Daneben gab es kleine Veränderungen ohne große Publizität. So beschloß die co op-Zentrale in Hamburg eine umfangreiche Kooperation mit Hussel. Sie wollen ihre Interessen an bedeutenden Einzelhandelsunternehmen Anfang nächsten Jahres in gemeinsame Gesellschaften einbringen. jfr.