Und schon wieder ist Müller am Ball, hier- bei klarem Himmel und dichtbesetzten Rängen und er ist immer noch am Ball, wohin soll r Auch spielen, wenn sich kein Mitspieler anbietet, hier fehlt der Vollstrecker, der Torjäger, der die Ku- , gel aufnimmt und wie eine Granate in das Ge- < hause bombt, doch nun wird Müller angegriffen, und er gewinnt diesen Zweikampf, dock "beim nächsten, es sind einfach zu viele Beine, im Weg, gegen die kann er sich nicht durchsetzen, bei diesen, man muß schon sagen, Dreikämpfea, dieser Übermacht ist er nicht gewachsen, so kommt Müller, sein Gegenspieler, an den Ball, flankt nach vorne durch die Gasse, wo sich Müller, 4 Stürmer, den Ball erläuft, dieser Bloadschopf, der die ganze Zeit über verletzt war und nun wieder eingesetzt wurde von Trainer Müller, der ge&iß keinen leichten Stand hat, ganz großartig, wi& er am Ball klebt, kaum zu trennen ist dieser Junge, da muß man schon die Notbremse ziehen, wie dies jetzt Müller getan hat, der Ausputzer, und der Unparteiische pfeift, verständlich, die Zuschauer auch, während sich die Spieler zum- indirekten Freistoß formieren, schnell ein Wort zu Schiedsrichter Müller, der seine Sache gut gemacht hat bisher, wenn er auch nicht immer so gepfiffen hat wie das Publikum, das ein sehr sportliches und faires gewesen ist, wer wird den Freistoß treten, ja Müller selbstverständlich, der Freistofepezialist, wenn er auch enttäuscht hat und nicht an seine große Form vergangener Spiele anknüpfen konnte, der Unparteiische also, jetzt hat er gepfiffen, der nicht immer nach dem Publikumsgeschmack entschieden hat, Müller läuft an, aber die Mauer steht, ja wie das Publikum es sich vorgestellt hat, mit einem Kopfball, wie hoch der junge Müller springen kann, sechs Kilo hat er abgeschwitzt.

Gegen die Absicht des "Spiegel", demnächst auch eine Bestsellerliste für Taschenbücher zu publizieren, haben einige der bekanntesten Verleger in einem spektakulären gemeinsamen Appell protestiert. In dem von Monika Schoeller (Fischer), Heinz Friedrich (dtv), Daniel Keel (Diogenes), Maria Honigschmied (Droemer), Rolf Heyne (Heyne), Matthias Wegner (Rowohlt), Siegfried Unseld (Suhrkamp) und Wolf Jpbst Siedler (Ullstein) unterzeichneten Schreibe stehen Sätze, die auch die vermarktungssüchtige müßten: "Abgesehen von der Problematik der Bestsellerlisten schlechthin, widerspricht eine Taschenbuch Bestsellerliste dem Sinn dessen, was der Taschenbuchmarkt kulturpolitisch darstellt. Daß Taschenbücher hohe Auflagen erreichen können und auch erreichen, ist bekannt. Ebenso bekannt dürfte aber auch sein, daß die eigentliche Leistung der Taschenbücher darin besteht;, die ansonsten recht kurze saisonale Lebenszeit der Literatur um ein Vielfaches zu verlängern und Bücher über Jahrzehnte hinweg auf dem Markt präsent zu halten. Wird nun auf diesem Markt die Bestsellerliste gepflegt, so konzentriert man dadurch das Interesse der Leser auf wenige sogenannte Spitzentitel und mindert das Gesamtangebot des Taschenbuchmarktes. Das, was Thomas Mann einmal die Demokratisierung 4er Literatur genannt hat, wird im Sinne einer Amerikanisierung des deutschen Taschenbuchmarktes total nivelliert "

Unter den vielen Versuchen, die Literatur populär zu machen, ist der Hamburger "Literatrubel" vermutlich der erfolgreichste. Einzige Gefahr: daß aus dem Trubel doch bald ein Festival, aus einer eher zwanglosen Improvisation dem nächst doch eine Kultur Großveranstaltung wird. Der Literatrubel 1978 vom 26. Juni bis 2. Juli präsentiert neben Diskussionsveranstaltungen ("Zensur und Selbstzensur — Oder vom Recht auf den eigenen Kopf"; "Schafft unsere Gesellschaft die Freiheit ab?") musikalischen Vergnügungen (Wolf Biermann, Eva Maria Hag_eB, Hannes Wader) und Kinderprogrammen ein imposantes Aufgebot von Literaten und LiteraturInterpreten, die auf dem Gerhart HauptmannPlatz und in der Markthalle am Klosterwall lesen und debattieren wollen. Neben vielen anderen treten auf: Nicolas Born, Erich Fried, Rolf Hochhuth, Franz Xaver Kroetz, Martin Waiser, Gabriele Wohmann, Thomas Brasch, Bernd Jentzsch, Helga M. Novak, Heinar Kipphardt, Helmut Eisendle, Alfred Kolleritscn, Peter Rosei, Hans Joachim Schädlich, Otto F. Walter. . Im Jahr 1964 fand sie erstmals statt, 1970 zum dritten- und bisher letztenmal: die Internationale der Zeichnung". Die Freunde der Kunst, die die Freunde der Zeichnung sind, hatten diese Ausstellung schon vermißt, den sie bot im Dreijahresrhythmus ein umfassendes Panorama der Zeichnung der Gegenwart. Aus Darmstadt kommt jetzt die Nachricht, daß es nun doch — nach einer grundlegenden Verbesserung der Ausstellungsbedingungen durch den Umbau der Mathildenhöhe — weitergehen soll: vom 30. März bis 30. Juni 1979 findet die "4. Internationale der Zeichnung" statt, auf der unter dem Titel "Hundert europäische Zeichner aus hundert Jahren r1970" mit rund 600 Blättern der Rang, den die Zeichnung in der zeitgenössischen Kunst einnimmt, dokumentiert werden soll. Verantwortlich für die Ausstellung sind Bernd Kümmel und Wieland Schmied.

1870 bis