Die Bundesbank mahnte die öffentliche Hand wieder zu mehr Sparsamkeit. Das Defizit des Staates ist in diesem Jahr von 20 auf 60 Milliarden Mark gestiegen. Die Ausgaben von Bund und Ländern lagen in den ersten vier Monaten dieses Jahres um elf Prozent höher als in der selben Vorjahrsperiode. Anlaß genug für die Bundesbank, um vor weiteren staatlichen Investitionsprogrammen als Konjunkturspritzen zu warnen, zumal da die Bauwirtschaft schon jetzt mit den Investitionen aus öffentlichen Haushalten voll ausgelastet ist.

Nicht nur die öffentlichen Haushalte scheinen dieses Jahr ausgabenfreudiger. Auch der private Verbrauch lag im ersten Drittel dieses Jahres um sechs Prozent höher als im Vorjahr. Ebenso stieg das Volumen des Exports um fünf Prozent. Die Investitionsgüterindustrie erhielt in diesem April acht Prozent mehr Aufträge aus dem Inland als im April 1977 und knapp zwei Prozent mehr Aufträge aus dem Ausland. Die Bundesbank beurteilt deshalb den Konjunkturhimmel wieder etwas rosiger. Besonders die Exportaussichten scheinen sich zu bessern, nachdem der Außenwert der Mark wieder gesunken ist, und im Ausland das schlimmste Konjunkturtief überwunden scheint.

Auch die Juweliere und Uhrmacher freuen sich über die wachsende Kauflust der Deutschen. Ihr Branchenumsatz stieg im ersten Drittel des Jahres um sieben Prozent, preisbereinigt um drei Prozent. Besonders beliebt ist in diesem Jahr das Gelbgold, das das Weißgold und Silber etwas vom Markt verdrängt. Der Diamant bleibt nach Ansicht der Juweliere weiterhin der König der Edelsteine, gefolgt von Amethyst, Granat und Aquamarin. Bei den Armbanduhren gilt die Quarzuhr als großer Renner und zwar bevorzugt mit Zifferblatt und nicht mit Digitalanzeige.

Eine weniger stabile Geldanlage als Gold und Edelsteine waren in den letzten dreißig Jahren die Sparkonten. Die Mark hat seit ihrer Geburt am 20. Juni 1948 um mehr als die Hälfte an Wert eingebüßt. Was man vor dreißig Jahren noch für 47 Pfennig kaufte, kostet heute eine Mark. Besonders dem Geldvermögen der Sparer hat dieser Wertverlust empfindlich zugesetzt, denn sie wurden ja nicht mit entsprechend hohen Zinsen entschädigt.

In einem desolaten Zustand sind wieder einmal die Finanzen der Stadt New York. Ende Juni laufen die Zwischenkredite aus Washington aus; der Konkurs steht dann erneut vor der Tür. Doch wird Washington wohl auch dieses Mal Hilfestellung geben. Im Bankenausschuß des US-Senats berät man bereits Pläne über langfristige Kreditgarantien in der Höhe bis zu 1,5 Milliarden Dollar. iml