DIE ZEIT

Carters Signal

Der Dritte Weltkrieg hat in Angola begonnen – das Wort Leopold Senghors war nicht der Weisheit letzter oder einziger Schluß.

Das Hemd ist näher

Der Kanzler versucht, in Nigeria und Sambia Bonns Afrikapolitik zu verkaufen

Öl und Boden

Genscher hatte es diese Woche nicht leicht in Israel. Die Israelis waren empört über die jüngsten Äußerungen des Bundeskanzlers zum Nahostkonflikt und sorgten sich: Wie hält es Bonn mit seiner „besonderen Verpflichtung“ gegenüber dem Judenstaat, wo der Kanzler doch beim Besuch des saudischen Kronprinzen Fahd verklausuliert vom Recht der Palästinenser auf einen eigenen Staat gesprochen hatte – den nicht die Amerikaner, nicht einmal die Ägypter, Jordanier und Syrer wollen? Offen wurde in Jerusalem der böse Verdacht geäußert, der Kanzler habe dem Saudi die Zukunft Israels für ein paar Öl-Silberlinge verkauft.

Buenas noches?

Zum Abschluß gab sich General Jorge Videla, Chef der argentinischen Militärjunta, noch einmal die Ehre. Im Pressezentrum von Buenos Aires erklärte er vor ausländischen Journalisten, die Fußballweltmeisterschaft habe „eine einigende Wirkung auf die Nation“ ausgeübt.

Der Aufbruch der Protestler

Eine der erstaunlichsten politischen Verlobungen ist dieser Tage bekanntgemacht worden: Umweltschützer und Steuerrebellen wollen zusammengehen, um gemeinsam den etablierten Parteien Stimmen und Macht abzujagen.

Caroline siegt für die Demokratie

Caroline, geborene Monaco, und Philippe Junot durften doch noch heiraten. Ihre Zukunft, zumindest die finanzielle, ist gesichert, nicht zuletzt wegen des Ordnungsdrangs des alten Bismarck.

Worte der Woche

„In letzter Zeit werden in den USA auf hoher Ebene und in reichlich zynischer. Form Versuche gemacht, die chinesische Karte, zu spielen.

Zeitspiegel

Verbrechen zahlt sich nicht aus – schon gar nicht, wenn man es allein begeht. Urteile des Gerichtes von Richmond im US-Staat Virginia bestätigen das.

Jimmy Carters "Augen und Ohren"

Ihrem Mann wird häufig Wankelmut angekreidet, Rosalynn Carter aber hat diesen Vorwurf bisher noch nicht zu hören bekommen. Im Gegenteil: Sie steht im Rufe, zu fest auf den Geleisen zu verharren, ihren Weg zu unbeirrt und bestimmt zu gehen.

Ein leidgeprüftes Volk

Die Kroaten sind ein leidgeprüftes Volk, heimgesucht von nationalen Katastrophen, grausamen Verfolgungen, immer wieder betrogen um ihre Unabhängigkeit.

Das Kreuz mit den Kroaten

Letzten Samstag in München vor der Feldherrnhalle: Erst demonstrierten, tausend Radler, dann protestierten 300 Exilkroaten. Die einen wollten nur bessere Radfahrwege, die anderen forderten „Freiheit für Kroatien", als wäre das nichts.

„Kroatischer Frühling“

Zwei Namen verkörpern Glanz und Elend der kroatischen Nation: Josip Broz, der Welt unter seinem Kriegsnamen Tito bekannt, ist ihr Juwel; der andere, Hitlers Verbündeter, der Ustascha-Chef Ante Pavelić, gilt als ihr Auswurf.

Wolf gang Ebert: Unsere Schande

Nehmen wir einmal an, wir gehen unbeschwert an unserem Urlaubsstrand spazieren und erblicken plötzlich einen Mann, der uns bekannt vorkommt.

Schwachstelle Mensch

Brunsbüttel war im nüchternen Jargon der Techniker ein „Störfall“, eine unangenehme Panne, aber beileibe nicht die Vorstufe zu einer nuklearen Katastrophe.

Immer ein bißchen hinter der Zeit

Fehlen der Bonner Nord-Süd-Politik klare Ziele und Prioritäten? Während der entwicklungspolitischen Debatte im Parlament wiederholte die Opposition diesen bekannten Vorwurf, ohne allerdings auch nur in groben Umrissen eine Alternative zu skizzieren.

Grünes Licht aus Moskau

Die Wechselbäder dauern an. Pjotr Abrassimow, der sowjetische Botschafter in der DDR, polemisiert gegen die beabsichtigte Entsendung Westberliner Abgeordneter in das Europa-Parlament und die turnusmäßige Wahl des Regierenden Bürgermeisters Stobbe zum Bundesratspräsidenten.

Abschied für immer von Franco

Niemand konnte sich der Feierlichkeiten des Augenblicks entziehen: Soeben hatten die Mitglieder des Parlamentsausschusses den letzten Artikel der spanischen Verfassung gebilligt und waren am Abend dieses 20.

Wahlkampf à la carte

Mit einer „politischen Erklärung“ der Parteiführer haben die Sozialdemokrat tischen und sozialistischen Parteien der EG ihren Wahlkampf für das Europa-Parlament eröffnet Doch die Spitzenpolitiker der „Euro-Sozialisten“ zeigen wenig Neigung zu einer Kandidatur für Straßburg.

„Wir haben viel gemeinsam“

Erstens: Wir werden auf unsere Stärken vertrauen – auf unseren Handel, die Entwicklungshilfe, die wirtschaftlichen und kulturellen Bindungen, die sich über die Jahre entwickelt haben.

Denkzettel von Triest

Über eine Million Norditaliener waren an diesen kommunalen Testwahlen beteiligt. Den schwersten Schlag versetzten sie den Parteien in Triest, wo die Christdemokraten fast zwölf, die Kommunisten acht, die Sozialisten drei Prozentpunkte verloren und als Sieger mit relativer Mehrheit (27,4 Prozent) eine lokale Wählervereinigung triumphierte: „Für Triest“ nennt sich schlicht diese Gruppierung, deren Begründer auf die in der Stadt verbreitete Abneigung gegen den italienisch-jugoslawischen Grenzvertrag von 1975 gesetzt hatten.

Eine neue Terrorwelle?

Langsam scheint auch den Franzosen der Kragen zu platzen. Anschläge auf Präfekturen, auf regionale Fernsehstationen, Starkstromleitungen, abgestellte Flugzeuge – das mag ja noch angehen, zumal, wenn die Bomben der Autonomisten in Korsika oder in der Bretagne selbst explodieren.

Sokrates im Kanzleramt

In den wirklich entscheidenden, nationalen Fragen hat Bayern noch stets bewiesen, was ein „Freistaat“ ist: Der Kaisersohn Otto von Habsburg, dem Landesvater in spe Franz Josef Strauß treu ergeben, erhielt von der Landesregierung zusätzlich zu seiner österreichischen nun auch die deutsche Staatsbürgerschaft.

Schärfere Töne in Nahost

Die Vereinigten Staaten haben sich in den vergangenen Tagen dennoch verstärkt um eine Lösung des Nahost-Konfliktes bemüht. Dazu gehören der Plan einer Nahost-Außenministerkonferenz in London und ein Besuch von US-Vizepräsident Mondale in Ägypten am 3.

Putsch im Südjemen gescheitert

Der Versuch des südjemenitischen Staatspräsidenten Salim Rubai Ali, sich durch einen Aufstand gegen die prosowjetische „Nationale Front-Partei“ im Amt zu behaupten, ist gescheitert.

Wilder Westen in der DDR

Berlin, im Juni Alexander ist vier Jahre, und er singt, daß er, wenn er erst groß ist, Soldat werden und Brücken bauen und Panzer fahren will.

„Die Macht darf nicht das letzte Wort behalten“

„Unserer Welt zum Frieden zu helfen, haben Christen und Kirchen in zunehmenden Maße als ihre Aufgabe erkannt. Die Versöhnung, die Gott gegen alle Feindschaft der Menschen gesetzt hat, ist der Grund unseres Lebens.

Hält Honecker seine Zusage?

Geschlafen hat die Kirche in der DDR, wie manche ihrer Kritiker im Westen häufig behauptet haben, nie. Freilich war sie in der Zeit, da der Staat sie drakonisch bekämpfte, mutlos geworden.

Orient mit Filter

Die grau-braunen Hügelrücken ziehen vorbei wie eine träge Karawane auf dem Weg zum Dach der Welt, dem nahen Pamir. Wer beim Landeanflug auf Tadschikistan an die Provinz Transoxana im west-östlichen Diwan denkt, an die Züge Alexanders des Großen und Marco Polos, an die alte Seidenstraße von China an die Levante – den ruft die Aeroflot-Stewardeß mit weihevoller Stimme zurück.

Tiger im Topf

Die Reise nach Europa führt für manchen Löwen zu seinem vorzeitigen Ende. Statt in einem Zoo oder Zirkus das wilde Tier zu demonstrieren, wofür er verschickt wurde, endet der "König der Wüste" manchmal im Kochtopf.

Zeitliches aus Hamburg: Kloses Kabinett

Hans-Ulrich Klose, Hamburgs alter neuer Bürgermeister, war über das Ergebnis sichtlich zufrieden. 302 von 327 Delegierten Landesparteitages der SPD hievten den Sieger der Bürgerschaftswahl vom 4.

Behinderte: Von Amts wegen

Ein Amtsarzt produziert Schwachsinn. Die Geschichte geht so: Vor Jahren lernte ich eine Spastikerin kennen. Christel Schmeier, Jahrgang 1946, wohnhaft in Sötern im Saarland.

Nur ein vertagter Baustopp?

Es kann hier jeden Tag wieder losgehen“, Lars Hennings von der Bürgerinitiative Umweltschutz Unterelbe, Bereich Brokdorf, befürchtet Schlimmes.

Finale mit Scheel

Wind bis Stärke 6, dazu Sonnenschein, tausend Boote auf den fünf Regattabahnen, weitere zweihundert Yachten in der Seewettfahrt, eine Armada von Begleitfahrzeugen, Segelsport in Glanz und Gloria: Kieler Woche, erster Tag – und Fußball-WM, letzter Tag.

Frauen verklagen den ,,stern“

Veramente brutto“ – wirklich scheußlich – fand eine italienische Kioskverkäuferin im schweizerischen Tessin das Titelbild der Nr.

Die Wagenburg von innen

Für Südafrika steht die Zeit nicht still. Mit Ablauf dieses Jahres werden die Buren ihr weißes Vorfeld verlieren: Namibia soll 1979 unabhängig werden, und in Rhodesien wird Ian Smith einer schwarzen Mehrheitsregierung weichen müssen.

Ist unser Land faschistisch?

Die Gefahren einer solchen intellektuellen Resignation liegen auf der Hand. Die Verharmlosung des wirklichen Faschismus, die mit dem, inflationären Gebrauch dieses Begriffs einhergeht, ist selbst keineswegs harmlos.

Die teure Bonner Sozial-Hudelei

Noch hält die Bundesregierung ihre steuerpolitischen Beschlüsse, mit denen sie in knapp vier Wochen, unmittelbar nach dem Bonner Gipfeltreffen der wichtigsten westlichen Regierungschefs, aufwarten wird, hinter einem Schleier der Ungewißheit verborgen.

Bonner Kulisse

Mit einigem Groll im Herzen richtet man sich im Bundesarbeitsministerium derzeit darauf ein, daß die von den Sozialdemokraten und Gewerkschaften mit besonderem Nachdruck geforderte Änderung der Arbeitszeit-Ordnung vor den hessischen Landtagswahlen im Oktober kaum mehr gelingen wird.

Der Zehent

Von nun an, so belehrt uns die Wirtschaftszeitung aktiv, arbeiten wir alle für den Rest des Jahres nur noch für das Finanzamt und die Sozialversicherungen.

Zweierlei Maß

Wenn zwei das gleiche tun, ist es noch lange nicht dasselbe. Nutzt die Lufthansa bei ihren Milliarden-Einkäufen von Flugzeugen, Benzin und Verpflegung Währungsvorteile aus – dann ist das eine lobenswerte unternehmerische Leistung.

Kurzatmig zum Gipfel

Beauftragte aus sieben Industrieländern bereiten zur Zeit die Bonner Konferenz vor, auf der die Staats- und Regierungschefs aus den USA, Kanada, Großbritannien, Frankreich, Italien, Japan und der Bundesrepublik am 16.

Wachwechsel

Seit dem 17. Juni 1978 arbeitet an der Spitze des Internationalen Währungsfonds ein neuer geschäftsführender Direktor. Der Franzose Jacques de Larosière de Campfeu löste den Holländer H.

Krisenplan in der Krise

Die Furcht der Anhänger der Marktwirtschaft, daß staatlicher Dirigismus und Protektionismus – die Verkörperungen des Bösen in der Ökonomie – nur fortlaufend Böses hervorbringen, bestätigt sich jetzt in der Stahlpolitik der Brüsseler EG-Kommission.

Soviel Schulden wie Umsatz

Das kostet den italienischen Staat tausend Milliarden Lire (2,5 Milliarden Mark)“, rechnete der kommunistische Wirtschaftsexperte Luciano Barca der römischen Regierung vor.

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