Von Marietta Riederer

Wo Verkehrsampeln sind, im Sog der Fußgänger, laufen New Yorks „Joggers“ die Fifth Avenue entlang; treten bei „Rot“, die Ellenbogen angewinkelt, geduldig auf der Stelle, starten bei „Gelb“ – männlich oder weiblich in Mini-Shorts und Turnerleibchen – um ihrem Ziel, dem Central Park, näher zu kommen. Dort endlich können die Langläufer dann ungestört ihre Kunden drehen. „Jogging“, den Blick gen Himmel oder auf Bäume gerichtet, macht „high“, hält gesund und – macht von sich reden. „Jogging“, tags im Freien, nachts als Disco-Dancing, hält die New Yorker Jugend auf Trab.

Auf Trab gehalten wird die „Saturdays Generation“, die jungen Berufstätigen, jetzt auch, durch „Bloomingdale’s“, dem Lieblingskaufhaus New Yorks. Tragetaschen, mit indischen Elefanten bebildert, verraten, daß Sich ihre Besitzer – nicht nur bei „Rat“ – in „Bloomi’s“ Märchen-Bazar „India – The Ultimate Fantasy“ aufgehalten haben. Sie haben sich umgesehen, etwas gefunden und mitgenommen.

Nach einjähriger Vorbereitung, während der rund 100 Mitarbeiter des Hauses an die achtzigmal nach Indien geflogen waren und sieben. Städte von Kaschmir bis Madras bereist hatten, um Tausende von Kleidern aus einheimischen Stoffen „am Platze“ arbeiten zu lassen, um Textilien, Möbel, Teppiche, Geschenke, Schmuck und Fressalien auszusuchen, wird dies alles jetzt in den indischen „Shops in the Shop“ angeboten.

Die New Yorker ließen sich schon auf der Straße verzaubern von den Schaufenstern, die aus Tausendundeine Nacht Zu kommen scheinen. Sie bestaunten die Sitzgruppe aus reinem Silber für 80 000 Dollar, die zu den sieben Modellzimmern indischer Wohnkultur gehörten – und sie kauften dann Mode aus Baumwolle, Spielzeug, Tee, Schmuck und Keramik. „Bloomingdale’s“ wurde so zum Stadtgespräch.

Schnell ins Gespräch der Modemacher in den USA, zusammen mit „Bloomingdale’s“, kam auch IDEACOMO, die exclusivste und eleganteste Stoffmesse Europas. Bisher hat sie nur, gut abgeschirmt in der Villa D’Este am Comosee, ihre Nouveautes vorgestellt. Jetzt, mit gezieltem Anlauf, eroberte die IDEACOMO mit dem gesamt ten Angebot von 60 Firmen auch New York. Drei Tage lang wurde diese berühmte Stoffmesse im Luxushotel „The Pierre“ den Kunden aus den USA und aus Kanada vorgestellt.

Als wäre es eine Diamanten-Show, so bewachten Polizisten den Eingang. Nach einer strengen Prüfung der Einladungen empfingen Scharen aufmerksamer Hostessen die Besucher. In ihren feuerroten lockeren Seidenkleidern, von Geoffrey Beene entworfen, machten sich die Hostessen alarmierend gut in einem Foyer, das in einen schattigen Zitronen- und Orangenhain verwandelt worden war. Riesige Schmetterlinge, mit Seiden aus Como bezogen, schwebten im Ballsaal unter der Decke als Mobiles, sanft bewegt von der Air-Condition: Italienisches Ambiente, gekoppelt mit italienischem Gaumenschmaus – so war denn auch der Chefkoch aus der Ville D’Este mit eingeflogen, um täglich ans warme Buffet zu bitten.