Seit dem 17. Juni 1978 arbeitet an der Spitze des Internationalen Währungsfonds ein neuer geschäftsführender Direktor. Der Franzose Jacques de Larosière de Campfeu löste den Holländer H. Johannes Witteveen ab. In Witteveens Amtszeit von 1973 bis 1978 sah sich derFonds der größten Herausforderung seiner 30jährigenGeschichte gegenüber. Das System von Bretton Woods brach zusammen. Der Ölpreis wurde vervierfacht. Die Zahlungsbilanzen gerieten aus den Fugen.

De Larosière ist in der Währungspolitik kein Neuling. Als Inspecteur des Finances kommt er aus der Elite der französischen Bürokratie. Der 48jährige Jurist war seit 1974 Direktor des französischen Schatzamts und hat seine Regierung bei unzähligen internationalen Konferenzen vertreten. Zwischen Januar und Mai 1974 war er persönlicher Assistent des damaligen Wirtschafts- und Finanzministers Valéry Giscard d’Estaing.

Nach dem Belgier Camille Gutt, den Schweden Ivar Rooth und Per Jacobsson, dem elsassischen Franzosen Pierre-Paul Schweitzer und dem Holländer Johannes Witteveen ist de Larosière der zweite Franzose in diesem wichtigen Amt. Mit der französischen Währungspolitik hatte die westliche Welt in der Vergangenheit viel Ärger. Über den Franzosen Schweitzer an der Spitze des Fonds läßt sich dagegen nur Gutes sagen. Wenn das dereinst auch für de Larosière gelten sollte, dann haben die Mitgliedsländer eine gute Wahl getroffen. R. H.