Mit seinen drei Söhnen und mit Rucksack und Notizbuch hat sich der Münchner Rundfunkredakteur Leonhard Reinisch auf den Europäischen Fernwanderweg Nummer 6 begeben. „Vom Böhmerwald bis zur Adria“ (Südwest Verlag, 128 Seiten, 22 Mark) sind sie marschiert und haben danach ihre Aufzeichnungen unter diesem Titel als Buch veröffentlicht. Ein Appetitmacher für das Familien wandern und seine heilsamen Wirkungen ist daraus geworden mit schönen Photos, vielen Zeichnungen und Streckenkarten für jeden Tag. Simultan liest man nebeneinander, wie Sohn Christian und sein Vater es erlebt haben, der eine realistisch, der andere philosophisch. Wandern als ein Weg des Zu-sich-selbst-Findens und als eine Möglichkeit, das im Alltag verkümmerte Miteinander-Reden wieder aufzunehmen – wer etwas hält vom Umdenken und Umschwenken, wird seine Freude haben an diesem Buch.

Nicht nur für Kniebündler

Abkürzungen sind oft Abwege – Wo Vorbereitung überflüssig ist Die unentbehrlichen Kleinigkeiten – das sind einige der Kapitelüberschriften, mit denen Gerhard Eckert sein Taschenbuch „Freude am Wandern“ (Herder Nr. 652, 144 Seiten, 5,90 Mark) in sachlich begründete und optisch ansprechende Teile zerlegt hat. Seinen Untertitel „Praktische Tips und Anregungen“ trägt das Bändchen zu Recht: Es dient gleichermaßen dem engagierten Wanderer wie dem gelegentlichen Waldläufer. Der Autor ist erfreulicherweise bar jeder Schnürschuh-Ideologie, er meint beispielsweise, wer nicht ständig wandere, benötige nicht unbedingt eine Bundhose, andere Sporthosen täten es auch: „Sie brauchen sich damit gewiß vor keinem Kniebündler zu verstecken.“ Knapp nennt das Buch auch ausgewählte deutsche und europäische Wanderwege, eine Liste der Wandervereine ergänzt es.