Zweierlei Recht

Verbrechen zahlt sich nicht aus – schon gar nicht, wenn man es allein begeht. Urteile des Gerichtes von Richmond im US-Staat Virginia bestätigen das. Solotäter wurden dort härter bestraft als Gemeinschaftsgangster. Zwei Psychologen wollten wissen, woran das liegt. Tests unter Studenten führten zu einem verblüffenden Resultat: Wer allein eine Untat begeht, trägt dafür eine größere Verantwortung als ein Gangmitglied, ihm gebührt auch ein schärferes Urteil.

Piratenstück

Wie Israel angeblich an Sprengstoff für Atombomben gelangte, ist nach Ansicht der Londoner Sunday Times jetzt aufgedeckt worden. Im November 1968 fuhr die vom israelischen Geheimdienst gecharterte, mit einem ihrer Agenten als Kapitän besetzte „Scheersberg A“ von Antwerpen Richtung Genua. Beladen war der kleine, schäbige Frachter mit 560 Behältern, angefüllt mit 200 Tonnen Uran aus einem belgischen Lager, das der Aufsicht der EG-Kommission unterstand. Doch in Genua kam das Schiff nie an. Es hatte dafür den türkischen Hafen Ikenderum angelaufen. Die Uran-Ladung wurde dann zum Reaktor Dimona im israelischen Neger? geschafft, wo sie zu Plutonium „veredelt“ wurde. Bis heute hat Jerusalem alle Meldungen energisch dementiert, es besitze Nuklearwaffen. Die „Scheersberg A“ leistete den Israelis später noch einmal gute Geheimdienste: Weihnachten 1969, bei der „Entführung“ von fünf, von Israel gekauften Schnellbooten aus dem französischen Hafen von Cherbourg. Damals diente der Frachter als schwimmende Treibstoffstation zum Auftanken auf halbem Wege nach Haifa.

Asiatisches Wunderwerk

Zwanzig Jahre lang haben sich die Pakistans an dem Bau versucht; dann kamen die Chinesen. Acht Jahre lang arbeiteten 10 000 von ihnen an der Karakorum-Straße. Jetzt fahren auf der acht Meter breiten Teerbahn, deren pakistanisches Teilstück allein 800 Kilometer lang ist, die ersten Fahrzeuge. 2 700 Menschen, darunter 600 Chinesen, kamen beim Bau ums Leben. Bis auf Höhen von 4 000 Meter windet sich die Straße hoch, die das südwestliche China mit dem 2 000 Kilometer entfernten pakistanischen Hafen Karachi verbindet. Bis zum nächsten chinesischen Hafen wären es 4 000 Kilometer. Nicht zu übersehen ist deshalb die strategische Bedeutung des neuen „asiatischen Wunders“.

Rückschlag für den Kreml