Beachtlich

„Fedora“ von Billy Wilder. Ein abgewrackter Hollywood-Produzent (William Holden) will den legendären Star Fedora, der sich längst aus dem Filmgeschäft zurückgezogen hat und hermetisch abgeschirmt auf einer griechischen Insel lebt, zu einem Comeback überreden. Während seiner Recherchen entdeckt er ein schreckliches Geheimnis: Die echte Fedora (Hildegard Knef) sitzt seit vielen Jahren gelähmt und mit entstelltem Gesicht im Rollstuhl, während ihre Tochter (Marthe Keller) die Rolle der ewig jungen Schauspielerin übernommen hat Bald dreißig Jahre nach „Sunset Boulevard“ beschäftigt sich Billy Wilder noch einmal mit den Mythen und der Magie der Filmindustrie: diesmal aber nicht mit Zynismus und schwarzem Humor, sondern mit dem wehmütigen Blick eines Mannes, der weiß, daß seine Art von Kino langsam ausstirbt. Noch einmal beschwört Wilder die großen melodramatischen Gesten des alten Hollywood, läßt Marthe Keller und Michael York den letzten Walzer der „dream factory“ tanzen, erinnert sich an den Glamour vergangener Tage. Untergangs- und Todesstimmungen beherrschen diesen mit diskreter Eleganz inszenierten Film, der mit dem Selbstmord der jungen Fedora beginnt. Leider besitzen weder Hildegard Knef noch Marthe Keller das Charisma der großen Stars wie Garbo und Marlene, und auch die unglückliche Rückblenden-Struktur schadet dem Film, der seine größten Qualitäten in der Kameraarbeit von Gary Fisher, der Musik von Miklos Rosza und der verwitterten Ehrbarkeit von William Holden und, in einer kleinen Rolle, Henry Fonda besitzt: ein Requiem auf Hollywood, von einem alternden Meister inszeniert Hans C. Blumenberg

Mittelmäßig

„Wie geht’s aufwärts?“ von Michael Schultz, einst renommierter Regisseur der New Yorker „Negro Ensemble Company“, der seine bereits in „Car Wash“ (1976) erfolgreich praktizierte Methode, abgewetzte Scherze in aufgedrehter Hektik abzuspulen, auch hier beibehalten hat Daß diese Vulgär-Klamotte, die ihre vorgebliche Kritik am Selbstverständnis der Neger wiederum in gängige Onkel-Tom-Klischees kleidet mitunter durchaus vergnüglich ist, verdankt sie einzig dem Talent von Richard Pryor in einer Dreifachrolle: als sexbesessener Obstpflücker, den Faulheit und Feigheit nach „oben“ katapultieren, wo er zwischen Frauen, Gewerkschaft und Mafia aufgerieben wird; als sein eigener, nicht minder agiler Vater und als potenter Priester. Doch in diesem „schwarzen“ Remake von Lina Wertmüllers „Mimi metallurgico ferito nell’onore“(1972), das nur noch im Rollentausch der Geschlechter vage an die scharfe Machismo-Satire der Wertmüller erinnert, ist aus der kritischen Sozial-Komödie des Originals eine kalauernde Sexfarce geworden.

Helmut W. Banz

Empfehlenswerte Filme

„Münchhausen“ von Josef von Baky. „Der kleine Godard“ von Hellmuth Costard. „Der Untergang des Hauses Usher“ von Roger Corman. „Eine entheiratete Frau“ von Paul Mazursky. „Die Invasion der Körperfresser“ von Don Siegel.