Obwohl das Haus Reemtsma 1977 rund sechs Milliarden Zigaretten weniger als im Jahr zuvor abgesetzt hat, ist der Gewinn mit 130 Millionen annähernd gleich geblieben.

Zu diesem günstigen Ergebnis haben Preiserhöhungen ebenso beigetragen wie Produktivitätsfortschritte. Gleichwohl mußte Reemtsma eine weitere Verringerung des Marktanteils von 36,8 auf 35,4 Prozent hinnehmen. Erfolgreicher war Reemtsma beim Bier, wo der Absatz im vergangenen Jahr überproportional gestiegen ist. Vom Netto-Umsatz des Konzerns entfallen 60 Prozent auf Zigaretten und 40 Prozent auf Getränke. Das Bier bringt aber nur 20 Prozent des Ertrages. Spekulationen über einen angeblich beabsichtigten Verkauf der Brauereibeteiligungen trat Horst Wiethüchter, Vorstandsvorsitzender bei Reemtsma, energisch entgegen.

*

Die Flick-Gruppe ist noch immer auf der Suche nach weiteren Objekten für die Wiederanlage des Verkaufserlöses aus dem Daimler-Paket.

Um die steuerlichen Vergünstigungen in Anspruch nehmen zu können, muß das Geld bis Erde dieses Jahres investiert sein. Der „Anlagezwang“ beflügelt auch die Börsenphantasie. Immer neue Unternehmen werden als „aufkaufverdächtig“ gemeldet. „Es flickt überall“, heißt es in den Börsensälen. Betroffen davon ist auch die Pegulan-Werke AG, wo seit dem Tode des ehemaligen Großaktionärs Dr. Ries ein Paket von 54 Prozent des Kapitals zur Disposition steht. Angeblich soll sich die Dynamit Nobel AG (Flick-Gruppe) für dieses Paket interessieren, auch wenn der Vorstand dies bisher nicht offiziell bestätigt hat. „Mitbieter“, so heißt es, ist die Interversa, die in der Bundesrepublik die Interessen des BAT-Konzerns vertritt und in derem Portefeuille bereits eine Horten-Schachtelbeteiligung liegt.

Erhöhte Auftragseingänge sorgen bei Klöckner-Humboldt-Deutz für weitere Expansion.

1978 – so wurde auf der Hauptversammlung gesagt – wird allerdings bei gleichbleibendem Umsatz einen etwas geringeren Gewinn bringen. Dadurch dürfte jedoch die bisherige Bardividende von 6 Mark nicht in Gefahr geraten.