Jetzt brechen sie wieder überall auf zu den Badestränden des Mittelmeeres, im Herzen die Sehnsucht nach ungetrübter Sonnenfreude, den Kopf voll mit Reiseprospektverheißungen, aber auch mit dem hierzulande gern als „gesund“ bezeichneten Mißtrauen gegen die Südländer. Gerade bei Leuten, die mit Kindern verreisen, besteht die Gefahr, daß die verständliche Ängstlichkeit in der fremden Umgebung latente Vorurteile zum Ausbruch kommen läßt und so der Umgang mit den Gastgebern auch für die sehr viel unbefangeneren Kinder erschwert wird. Ein Buch, das sich dieser Problematik annimmt und deshalb gut neben die Abenteuerschmöker ins Feriengepäck paßt, ist:

Eveline Hasler: „Die Insel des blauen Arturo“; Benziger Verlag, Zürich; 168 S.; 14,80 DM

Zunächst erweist sich ein Vorurteil als berechtigt – und welcher Italienurlauber wüßte kein Lied davon zu singen: Einer Touristin wird auf einem Markt auf Elba die Tasche geklaut. Aber ihre Nichte Martina hat den Jungen mit dem auffallend blauen Hemd gesehen und nimmt mit ihrem Bruder Ben die Verfolgung auf. Sie verlassen den genormten Touristen-Strand-Alltag und entdecken das Dorf auf dem Berg, die verfallenden Häuser, die Bewohner der Insel und damit auch die Insel selbst, und sie erfahren so etwas über die Armut, aus der der Junge Arturo glaubt, eine Berechtigung für den Diebstahl an den „reichen Touristen“ ableiten zu können.

Es sind Mißverständnisse auf beiden Seiten, die das Buch abzubauen versucht, indem es die sozialen Bezüge darstellt, die das Handeln der Menschen bestimmen. Hier hätte man sich freilich oft ein noch detaillierteres Eingehen auf Charaktere und Verhältnisse gewünscht, ein noch realistischeres Belichten der „romantischen Unordnung“, die man so gern auf Kodakolor nach Hause trägt. So kann das Buch nicht mehr sein als ein Hinweis auf die Problematik des Tourismus, aber auch nicht weniger als die Aufforderung, die Schwierigkeiten zu sehen und damit zu verhindern, daß die gegenseitigen Vorurteile zementiert werden. Rudolf Herfurtner

Die Schlafkrawatte im Eisfach

Arabel, die Tochter des Taxifahrers Jones, und ihr Rabe Mortimer sind dem einen oder anderen Leser schon aus der Regenwassergasse Nummer sechs bekannt. Die gängige Annahme, daß Fortsetzungsgeschichten ihren Reiz verlieren, wird in

Joan Aiken: „Arabel und Mortimer auf Kreuzfahrt“; Verlag Friedrich Oetinger, Hamburg; 141 S., 12,80 DM