Pünktlich zum Ferientrubel hat die Sunday Times eine neue parasitäre Spezies ausgemacht: die „Touristenkrokodile“, die gefräßig und lästig allenthalben auf Albions Eilanden einherkriechen und dank der Wechselkurse den Briten auch noch ihren nationalen Besitz abknöpfen – all diese Franzosen, Italiener und Deutschen, die da wohlfeil englisches Tuch erstehen. Der Kommentator meint: „Wir verschenken einen Teil unseres Reichtums.“ Aber er weiß Abhilfe: Wenn das Pfund schon nicht aufgewertet werden kann zur Besucherschröpfung, dann soll wenigstens eine Touristensteuer her („Tax on crocodiles“). Sein Vorschlag: Die Fremden sollten gleich an den Grenzen abkassiert werden, es sei denn, jede Gemeinde wolle zum Eigennutz die Krokodile selbst melken.

Reptilien geben allerdings keine Milch. Ein Versuch am untauglichen Objekt also, ein britischer Spleen? Hierzulande kennt man ihn als Kurtaxe, und sie wird anstandslos entrichtet. Aber Touristen gelten bei uns ja auch nicht als Krokodile, sie sind leichter anzapfbaren Gattungen zugeordnet. Und die Kurtaxe hat nicht den Zweck zu erreichen, daß die Eingeborenen möglichst unter sich bleiben. K. V.