Wie die Bayern-Hypo ihre Freundschaft zur Dresdner Bank absicherte

Gefragt, wie groß denn die Beteiligung seines Instituts bei der Bayerischen Hypotheken- und Wechsel-Bank nun wirklich sei, meinte jüngst der neue Vorstandssprecher der Dresdner Bank, Hans Friderichs, salopp: Es sei nur ein „Päckchen“. Und als Journalisten genauer wissen wollen, ob es um eine Quote zwischen fünf und zehn Prozent gehe, bekräftigte Friderichs, auch solch ein Prozentsatz sei eben nur ein Päckchen.

Wie das in München so üblich ist, wurde auch darüber debattiert und spekuliert, was Friderichs sonst noch über das Verhältnis der beiden Banken zu sagen wußte: Man fühle sich zwar freundschaftlich verbunden, und eine „sinnvolle Verbindung“ vor allem im Auslandsgeschäft „liegt auf der Hand“, aber im übrigen stehe man ganz besonders in Bayern „im vollen Wettbewerb“.

Allmählich sickerte dann ein recht wesentliches neues Detail über die Liaison der zwei Kreditinstitute durch: Das kleinere besitzt beim größeren ebenfalls ein „Päckchen“ – gut fünf Prozent. Damit ist die Hypo schon der größte Aktionär der Dresdner Bank. Die Beteiligung entspricht einem Kurswert von mindestens 200 Millionen Mark – die von der Dresdner gehaltenen sieben bis acht Prozent des Hypo-Kapitals wären dagegen nur 160 Millionen Mark schwer.

Auf die Information angesprochen, machte Hypo-Vorstandssprecher Wilhelm Arendts keine großen Umstände: „Wenn Sie mich so direkt fragen, ob auch die Hypo an der Dresdner beteiligt ist, muß ich schlichtweg ja sagen.“

Grundsätzlich war – daran erinnert sich Hypo-Aufsichtsratsvorsitzender und Arendts-Vorgänger Anton Ernstberger – schon der im vergangenen Jahr ermordete Dresdner-Boß Jürgen Ponto der Meinung, die Partnerschaft beider Banken sollte nicht nur durch den Austausch von Aufsichtsratsmandaten, sondern auch durch eine wechselseitige Beteiligung in bescheidenem Ausmaß untermauert werden. Ob er dabei eine Dominanz der Dresdner angestrebt hat, ist unklar.

Die Hypo kaufte also Dresdner-Bank-Aktien, wie es sich gerade ergab. Den größten Brocken schluckte sie, als Ende letzten Jahres eine Gerüchtewelle über angebliche Verluste im Devisen- und Goldgeschäft der Dresdner schwer zu schaffen machte. Damals sprang die Hypo dem Partner bei und nahm zur Kurspflege ohne viel Federlesens Dresdner-Aktien aus dem Markt.