Seit fünfzig Jahren ist das Holzköhler-Gewerbe im Harz ausgestorben, mit Hilfe von zwei Veteranen aus jener Zeit soll diese schwarze Kunst nun zugunsten des Fremdenverkehrs wiedererweckt werden. Die einstigen Köhlergesellen Cohrs und Wiese aus dem Solling und aus Goslar haben in der Nähe des Hasselkopfs (westlich von Braunlage) einen Meiler aus Buchenholz aufgeschichtet. Seine rund 70 Raummeter werden etwa 80 Zentner „handgebrannte“ Holzkohle produzieren. Der Meiler wird voraussichtlich am 4. August in Brand gesteckt, er glimmt dann vier Wochen. Während dieser Zeit muß er Tag und Nacht bewacht werden. Deshalb haben die Köhler einst bei ihren Scheiterstapeln immer auch „Koten“ für ihre Unterkunft gebaut, heute sind die Hütten begehrte Photomotive im Harz. Informationen über die Zunft der schwarzen Männer im Wald bietet eine kleine Zusammenstellung der Kurverwaltung in 3389 Braunlage, Elbingröder Straße 17. Die Gesellschaft will aus ihrer verkohlenden Attraktion auch nach dem Abbrennen noch Nutzen ziehen: Die so entstandene Holzkohle wird später in Fünf-Kilo-Mengen verkauft – abgepackt in attraktiven Tüten mit Werbung für Braunlage.